Lieder zur Seefahrt
Abends, wenn im Hafen
Auf der Reeperbahn nachts um halb eins
Auf, grüner Jung, reck deine Glieder
Das Gorch Fock Lied
Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern
Eine Seefahrt, die ist lustig
Nimm uns mit, Kapitän, auf die Reise
Querverweis: Gedichte zur Seefahrt
"Zum Geleit"
Lasst mich nur auf meinem Sattel gelten,
bleibt in euern Hütten, euern Zelten,
und ich reite froh in alle Ferne –
über meiner Mütze nur die Sterne.
(Goethe)
Abends, wenn im Hafen
All die anderen Leute längst schlafen,
Sitzt der Hein am Boll.
Ringsum, so im Kreise,
Sind die Mädels und singen ganz leise,
Denken sehnsuchtsvoll:
Hein spielt abends
so schön
Auf dem Schifferklavier,
Auf dem Schifferklavier,
Seine Lieder.
Hein spielt sich in die Herzen der Mädels hinein,
Und sie bitten den Hein
Immer wieder.
Jede denkt für sich,
Heut' spielt er für mich.
Jede ist so froh,
Jede liebt ihn so!
Hein spielt abends so schön
Auf dem Schifferklavier,
Auf dem Schifferklavier,
Seine Lieder.
Lustig sind die Lieder,
Doch die Nacht senkt sich langsam hernieder
Und man merkt es kaum,
Wenn dann all die braven,
Kleinen Mädels zu Hause längst schlafen,
Lächeln sie im Traum:
Hein spielt abends so schön
Auf dem Schifferklavier, ...
Auf der Reeperbahn nachts um halb eins
Text: Ralph Arthur Roberts, Musik: Franz Joseph Breuer
Silbern klingt und springt die Heuer, heut’ speel ick dat feine Oos.
Heute ist mir nichts zu teuer, morgen geht die Reise los.
Langsam bummel’ ich ganz alleine die Reeperbahn nach der Freiheit ’rauf,
treff ich eine recht blonde, recht feine, die gabel ich mir auf.
Komm doch, liebe Kleine, sei die Meine, sag’ nicht nein!
Du sollst bis morgen früh um neune meine kleine Liebste sein.
Ist dir’s recht, na dann bleib’ ich dir treu sogar bis um zehn.
Hak’ mich unter, wir wollen jetzt zusammen mal bummeln geh’n.
Auf der Reeperbahn nachts um halb eins, ob du’n Mädel hast oder hast keins,
amüsierst du dich, denn das findet sich auf der Reeperbahn nachts um halb eins.
Wer noch niemals in lustiger Nacht solchen Reeperbahnbummel gemacht,
ist ein armer Wicht, denn er kennt dich nicht,
mein Sankt Pauli, Sankt Pauli bei Nacht.
Kehr ich heim im nächsten Jahre, braun gebrannt wie’n Hottentott;
hast du deine blonden Haare schwarz gefärbt, vielleicht auch rot,
grüßt dich dann mal ein fremder Jung’, und du gehst vorüber und kennst ihn nicht,
kommt dir vielleicht die Erinnerung wieder, wenn leis’ er zu dir spricht:
Komm doch, liebe Kleine, sei die Meine, sag’ nicht nein!
Du sollst bis morgen früh um neune meine kleine Liebste sein.
Ist dir’s recht, na dann bleib’ ich dir treu sogar bis um zehn.
Hak’ mich unter, wir wollen jetzt zusammen mal bummeln geh’n.
Auf der Reeperbahn nachts um halb eins, ob du’n Mädel hast oder hast keins,
amüsierst du dich, denn das findet sich auf der Reeperbahn nachts um halb eins.
Wer noch niemals in lustiger Nacht solchen Reeperbahnbummel gemacht,
ist ein armer Wicht, denn er kennt dich nicht,
mein Sankt Pauli, Sankt Pauli bei Nacht.
Auf, grüner Jung, reck deine Glieder
Auf, grüner Jung, reck deine Glieder,
Landratte, he, hol auf und nieder!
Auf, grüner Jung, reck deine Glieder,
Früh im Morgenwinde!
Ho-he, und hoch die Segel!
Wisch dir den Schlaf aus deinen Augen!
Seemann muss früh am Morgen taugen
Wisch dir den Schlaf aus deinen Augen!
Früh im Morgenwinde!
Ho-he, und hoch die Segel!
Tummle dich, Jung und nütz die Brise!
Auf in den Mast und reg die Füße!
Tummle dich, Jung und nütz die Brise!
Früh im Morgenwinde!
Ho-he, und hoch die Segel!
Seemann muß fröhlich im Winde singen,
Soll die Meeresfahrt gelingen
Seemann muß fröhlich im Winde singen
Früh im Morgenwinde!
Ho-he, und hoch die Segel!
Das Gorch Fock Lied
Die hohen Masten und der schlanke Bug
Zieh'n immer wieder uns auf See.
Die Angst, die mancher einst im Herzen trug,
Verging wie die Seekrankheit in Lee.
Der Bootsmann ist nicht immer angenehm,
Geürchtet ist auch mancher Maat -
Und ist auch ihre Nähe oft recht unbequem,
Im Herzen ist doch jeder Kamerad!
Weiss ist das Schiff, das wir lieben,
Weiss die Segel, die sich bläh'n
Stets hat der Wunsch uns getrieben,
Hoch vom Mast, weit auf die See hinauszuseh'n.
Hoch vom Mast, weit auf die See hinauszuseh'n.
Wir brassen, wir entern und wir legen aus
Und setzen die Segel für die Fahrt.
Das Land entschwindet und es geht hinaus,
Wir segeln nach alter guter Art.
Und müssen wir einestag's von dannen zieh'n
Und ist die Fahrenszeit vorbei,
Der Wunsch bleibt immer in den Herzen drin:
"Ich wäre ja so gerne noch dabei!"
Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern
Es weht der Wind mit Stärke zehn,
Das Schiff schwankt hin und her;
Am Himmel ist kein Stern zu sehn,
Es tobt das wilde Meer!
O, seht ihn an, o, seht ihn an:
Dort zeigt sich der Klabautermann!
Doch wenn der letzte Mast auch bricht,
Wir fürchten uns nicht!
Das kann doch einen
Seemann nicht erschüttern,
Keine Angst, keine Angst, Rosmarie!
Wir lassen uns das Leben nicht erbittern,
Keine Angst, keine Angst, Rosmarie!
Und wenn die ganze Erde bebt,
Und die Welt sich aus den Angeln hebt . . ,
Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern,
Keine Angst, keine Angst, Rosmarie!
Die Welle spülte mich von Bord,
Dort unten bei Kap Horn,
Jedoch für mich war das ein Sport,
Ich gab mich nicht verlor'n!
Ein böser Hai hat mich bedroht,
Doch mit der Faust schlug ich ihn tot!
Dann Schwamm dem Schiff ich hinterdrein
Und holte es ein!
Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern ...
In jedem Hafen eine Braut,
Das ist doch nicht zu viel,
Solange jede uns vertraut,
Ist das ein Kinderspiel!
Doch kriegt mal eine etwas raus,
Dann wird sie wild, dann ist es aus!
Springt sie uns auch in das Gesicht,
Wir fürchten uns nicht!
Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern ...
Eine Seefahrt, die ist lustig
Eine Seefahrt, die ist schön,
Denn da kann man fremde Länder
Und noch manches andre sehn.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.
In des Bunkers tiefsten Gründen,
Zwischen Kohlen ganz versteckt,
Pennt der allerfaulste Stoker,
Bis der Obermaat ihn weckt.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.
Komm mal rauf, mein Herzensjunge,
Komm mal rauf, du altes Schwein,
Nicht mal Kohlen kannst du trimmen
Und ein Stoker willst du sein?
Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.
In der einen Hand den Ölpott,
In der andern Hand den Twist,
Und dazu die große Schnauze,
Fertig ist der Maschinist.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.
Und er haut ihm vor'n Dassel,
Dass er in die Kohlen fällt
Und die heilgen zwölf Apostel
Für 'ne Räuberbande hält.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.
Mit der Fleischback schwer beladen
Schwankt der Seemann übers Deck,
Doch das Fleisch ist voller Maden,
Läuft ihm schon von selber weg.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.
Unser Kapitän, der Dicke,
Kaum drei Käse ist er groß,
Auf der Brücke eine Schnauze,
Wie 'ne Ankerklüse groß.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.
Und der Koch in der Kombüse
Ist 'ne dicke, faule Sau ,
Mit de Beene ins Gemüse,
Mit de Arme im Kakau,
Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.
Und die kleinen weißen Möwen,
Die erfüllen ihren Zweck
Und sie schieten, schieten, schieten,
Auf das frischgewaschne Deck.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.
In der Heimat angekommen,
Fängt ein neues Leben an,
Eine Frau wird sich genommen,
Kinder bringt der Weihnachtsmann.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.
Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.
Nimm uns mit, Kapitän, auf die Reise
Text: Fritz Grasshoff & Norbert Schultze, Musik: Norbert Schultze
In der Heimat, an der Waterkant, drei Meilen vor der See
lag im weiten, grünen Binnenland unser Haus an der Elbchaussee.
Fröhlich spielten wir Maat und Stüermann, rochen nachts im Bett nach Teer.
Wir heuerten im Waschfaß an, wollten hinaus aufs Meer, wollten hinaus aufs Meer.
Nimm uns mit, Kapitän, auf die Reise! Nimm uns mit in die weite, weite Welt.
Wohin geht, Kapitän, deine Reise? Bis zum Südpol, da langt unser Geld!
Nimm uns mit, Kapitän, in die Ferne, nimm uns mit in die weite Welt hinaus.
Fährst du heim, Kapitän, kehr'n wir gerne in die Heimat, zur Mutter nach Haus.
Fährst du heim, Kapitän, kehr'n wir gerne in die Heimat, zurück nach Haus.
Heute sind wir Maat und Stüermann, Kaptain und Admiral,
doch ein jeder legt noch heimlich an in dem Hafen "Es war einmal";
wirft die Anker aus, dort im Kinderland, träumt wie damals sich wieder klein,
gäb' gerne Heuer, Rang und Stand, wieder ein Kind zu sein, wieder ein Kind zu sein.
Nimm uns mit, Kapitän, auf die Reise! Nimm uns mit in die weite, weite Welt.
Wohin geht, Kapitän, deine Reise? Bis zum Südpol, da langt unser Geld!
Nimm uns mit, Kapitän, in die Ferne, nimm uns mit in die weite Welt hinaus.
Fährst du heim, Kapitän, kehr'n wir gerne in die Heimat, zur Mutter nach Haus.
Fährst du heim, Kapitän, kehr'n wir gerne in die Heimat, zurück nach Haus.
Mancher glaubt heut, fern vom Heimatland, dort draußen blüht das Glück;
hat voll Stolz sich in die Welt gewandt und will nie mehr nach Hause zurück.
In der Fremde ward er ein reicher Mann, aber glücklich wurde er nicht.
Und legt ein Schiff aus Hamburg an, steht er am Kai und spricht,
steht er am Kai und spricht: Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise!
Nimm mich mit, denn ich kenne jetzt die Welt.
Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise, bis nach Hause hier, nimm all mein Geld!
Nimm mich mit, Kapitän, aus der Ferne bis nach Hamburg, da steige ich aus.
In der Heimat, da glüh'n meine Sterne, in der Heimat bei Muttern zu Haus.
In der Heimat, da glüh'n meine Sterne. Nimm mich mit, Kapitän, nach Haus.
Nimm mich mit, Kapitän, nach Haus.
Published by Ostufer.Info 2003 / 2006