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Gaarden - eine Übersicht
Der Stadteil Gaarden liegt am Ostufer der Kieler Förde. In Gaarden-Ost leben ca. 15.000 Menschen auf 258 Hektar Fläche, in Gaarden-Süd und Kronsburg sind auf 629 Hektar etwa 10.000 Menschen beheimatet. Der Ausländeranteil liegt bei etwa 30%, davon wiederum sind 80% Türken.
In den Schulen wird der Anteil ausländischer Kinder offiziell mit 50% angegeben (Stand Herbst 2003), nimmt man jedoch die Kinder mit deutschem Pass und Eltern mit ausländischer Herkunft hinzu, so steigt dieser Anteil auf 70%.
Teil I: Die Gegenwart
Der Pfusch der Jahrtausendwende, Nach Oslo, Die Werften
Gesammeltes
Die Straßen: Namensgebung und Geschichte
Gaarden im Internet: Verschiedene Artikel, Links
Teil II: Von Anfang an - Die Geschichte
Die Anfänge, Die Werft, Der Ausbau, Eine echte Gaardener Erfindung: Das U-Boot, Die Entwicklung des Hafens, Zweiter Weltkrieg, Die Straßenbahn: Linie 4, Chronologie
Photoserien in der Ostufer-Galerie
Ein Rundgang - 100 Bilder von Gaarden (2003).
Der Wochenmarkt - Gaardens bunter Basar (Sommer 2003).
Die Flaniermeile - Umbau im Werftpark (2003).
Gaarden - Die Gegenwart
Durch die steigende Arbeitslosenzahl hat sich Gaarden mehr und mehr zu einem Viertel mit großen, sozialen Problemen entwickelt. Es fällt schwer, die immer zahlreicher werdenden, heimatlosen Gestalten zu übersehen, die sich, meist mit Bierdose bewaffnet, auf den vielen Gaardener Bänken herumlümmeln. Die Fußgängerzone wird mehr und mehr zu einem Tummelplatz für gescheiterte und von der Gesellschaft weggeworfene Gestalten. Dadurch entsteht eine gefährliche Abwärtsspirale. Auswärtige Kunden bleiben fern, dies bringt viele Geschäftsleute dazu, Gaarden zu verlassen - sofern sie nicht vorher pleite gehen.
Die offiziellen Stellen tun gegen diese Entwickulng nicht besonders viel. Ganz im Gegenteil kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier Absicht vorliegt, der "Ausschuss" wird ganz bewusst nach Gaarden abgeschoben.
In Gaarden wurde im Jahr 2002 ein Drittel des in Schleswig-Holstein aufgespürten Rauschgiftes beschlagnahmt. Im Jahr 2002 wurden annähernd 5.000 Straftaten verübt. Bei 20.000 Einwohnern hat also statistisch gesehen jeder vierte Einwohner die Polizei auf den Plan gerufen. Im benachbarten Stadtteil Ellerbek wurden im selben Zeitraum 300 Straftaten registriert.
Kriminalität, Gewalt und Drogen gewinnen hier immer mehr an Boden. Konsequenz: Die alteingesessenen BewohnerInnen verlassen das Viertel, immer mehr Wohnungen und Geschäfte stehen leer.
Gaarden hat auch andere, sehr schöne Seiten. Eine bunt gemischte Architektur mit zum Teil üppig dekorierten Jugendstilhäusern, gemischt mit Bauten aus allen Jahrzehnten. Gaarden hat eine eigene Fußgängerzone, der die Hektik anderer Einkaufszonen absolut fehlt. In den vielen Nebenstraßen findet sich eine Unzahl von kleinen Geschäften und Betrieben.
Durch die internationale Struktur der Einwohner finden sich viele Läden, die es anderswo so nicht gibt. Entsprechend vielfältig ist das Warensortiment, beispielsweise im Lebensmittelbereich geht das Angebot vom Holzofenbrot bis hin zum ausgefallenen, asiatischen Gewürz.
So international wie seine Händlerschaft ist auch Gaardens Gastronomie; mit der Halle 400 und der Räucherei verfügt Gaarden über zwei große Veranstaltungszentren.
Und, das sei hier nicht vergessen: In Gaarden gibt es sehr viel Grün.
Der Pfusch der Jahrtausendwende
Was es noch gibt, sind Ruinen. Das Aussehen des Hafenbereiches wird überwiegend durch die verlassenen Gebäude diverser Pleitiers bestimmt. An der Kopfseite der Hörn das Ision-Denkmal, nach der Halle 400 folgt eine endlose Wüste, dann die sog. "Schmidt-Ruine", ein halbfertiger Bau, dort hinterlassen und benannt nach Gerhard Schmidt, dem Gründer und Vernichter der "mobilcom". Hier haben die Stadt Kiel und ein paar größenwahnsinnige "Investoren" versucht, an Gaarden herumzuknabbern. Es ist Ihnen nicht bekommen. Die Sand- und Schrottberge, die hier früher einmal lagen, waren weitaus dekorativer.
Nachtrag Juli 2008
Mittlerweile hat sich die Situation etwas geändert, ob sie besser geworden ist, sei dahingestellt. Die Schmidt-Ruine befindet sich nun in Händer der Frau von Pleitier Schmidt. Das Haus berherbergt jetzt ein paar Geschäfte und - gleich und gleich gesellt sich gern - den "Customer Care Service" von einem der umstrittensten Arbeitgeber Kiels'.

Bild: "Gaardener Sahara" - Sommer 2003 - Sommer 2004 - Sommer 2005 - 2006 - 2007 ...
Nach Oslo
Das letzte Gebäude vor Beginn der Werft wird intensiv genutzt. Nicht schön aber nützlich steht dort der Norwegen-Terminal, von dem aus die beiden Personen- und Autofähren "Princesse Ragnhild" und "Kronprins Harald" nach Oslo verkehren. Die "Princesse Ragnhild" wurde Weihnachten 2004 durch die sehr viel größere "Color Fantasy" abgelöst.
24.4.1961 - Oslo-Kai
Der alte Oslo-Kai war bereits am 24.4.161 unterhalb des Kieler Schlosses eingeweiht worden. Er wurde zu klein für die zunehmenden Ausmaße der Fährschiffe. Am 18.8.1997 wird der neue Norwegen Terminal seiner Bestimmung übergeben, so dass die Anlage in weiten Teilen ausgedient hat.
In Gegenwart der norwegischen Königin und der schleswig-holsteinischen Ministerpräsidentin Heide Simonis wird das neue Gebäude seiner Bestimmung übergeben.
Und es wollte und wollte nicht klappen. Denn Bedingung für die Eröffnung seitens der norwegischen `Color Line` war, dass eine Brücke über die Förde fertiggestellt sein müsste. Und dieses Teil war so kompliziert gedacht, dass es monatelang Schwierigkeiten gab. So gingen der Stadt Kiel auch noch einige Mark an Pacht durch die Lappen.
Die Werft
Dann folgt der Rest der "Howaldts Werke", einer einstmals stolzen Werft mit mehr als 12.000 Beschäftigten. Davon ist nur eine Handvoll übrig geblieben, und auch von dieser Hand ist bald nur noch das Skelett zu sehen. Nach vielen, erfolgreichen Jahrzehnten hält man sich mühsam über Wasser.
Mehr über die Geschichte der Werft
Gesammeltes
Die Straßen
Am Haken
Dies ist die Straße, die von der Werftstraße zum Norwegen-Terminal führt. Am Anfang des Jahrhunderts verkehrten hier zwei Fähren mit den Namen "Primus" und "Sekundus" und sogar "Tertius" zwischen Ost- und Westufer. Mit diesen Fähren konnten auch Pferdefuhrwerke übersetzen.
Diese beiden Fähren wurden ersetzt durch den kleinen Dampfer "Ute", Fahrpreis 10 - 20 Pfennig. Ausserdem war hier der Anleger für die Schiffe der Fördeschiffahrt, hier ging es direkt von Gaarden aus zum Strand. Ein kleiner Sportboothafen komplettierte das Bild.
Augustenstraße
Benannt nach der Tochter des früheren Grundstückseigentümers H. Schlüter.
Bielenbergstraße
Erbaut 1905. Hier befand sich die Getreide- und Speditionsfirma Bielenberg und Sörensen.
Blitzstraße
"Blitz" war ein kleiner Kreuzer der Kaiserlichen Kriegsmarine.
Bothwellstraße
Angelegt 1905. Kapitän zur See Jacob Robert Arthur von Bothwell (1822-1904) war Chef der Marinestation.
Diedrichstraße
Diedrich Mordhorst war ein stellvertretender Gemeindevorsteher von Gaarden-Süd.
Diesterwegstraße
Benannt nach dem Pädagogen Friedrich Diesterweg (1790-1866).
Eutiner Straße
Nach der Stadt Eutin (Ostholstein)
Flintbeker Straße
Nach der Ortschaft Flintbek
Gaardener Straße
Vor dem Bau der Gablenzbrücke war dies die Verbindung zwischen Westufer und Gaarden. Direkt am Ende der Hörn bis dahin, wo heute das Arbeitsamt steht, befand sich früher der Kieler Schlachthof.
Heintzestraße
Nach dem Landrat des früheren Kreises Bordesholm, Adolph Freiherr von Heintze (1864-1956).
Heischstraße
1907 benannt nach einer alten Gaardener Flur.
Iltisstraße
Nach einem Kanonenboot der Kaiserlichen Marine.
Johannesstraße
Der Name geht auf den ehemaligen Grundstückseigentümer Johannes Schnoor zurück.
Kaiserstraße
Vermutlich so benannt nach der Kaiserlichen Werft, bei welcher sie an ihrem unteren, nördlichen Ende beginnt.
Karlstal
Nach dem Sohn des Grundstücksmakler Blessmann benannt, der das Karlstal 1870 angelegt hat.
Dort, wo jetzt der Fuhrpark der Post steht, befand sich früher die Giesserei der Werft. Sie wurde 1943 bei einem Bombenangriff zerstört, die Produktion wurde zu "Vollert & Merkel" in die Preetzer Straße verlegt.
Kirchenweg
Hier führte früher ein Feldweg zur Kirche in Elmschenhagen.
Lensahner Straße
Nach der Ortschaft Lensahn in Ostholstein.
Maybachstraße
Nach Regierungsbaurat Albert von Maybach, einem der Gründer der Eisenbahnersiedlung Gaarden-Süd.
Medusastraße
Gebaut 1906 und benannt nach einem 1864 in Dienst gestellten Kriegsschiff der preußischen Marine.
Mühlenstraße
Hier stand in früheren Jahrhunderten eine Mühle, die dem Kloster Preetz gehörte. Der zugehörige Mühlenbach fliesst hier heutzutage (ab der Bielenbergstraße) weitgehend unterirdisch.
Ostring
Ein Ring, der das Kieler Ostufer umschliesst. Er beginnt am Theodor-Heuss-Ring und endet an der Schwentinebrücke. Der Ostring sorgt vielerorten für Aufregung. Man muss sich vergegenwärtigen, dass dies nicht nur eine einfache Straße, sondern eine vierspurige Bundesstraße ist, die mitten durch Wohngebiet führt.
Durch den Ausbau des Ostuferhafens haben der LKW-Verkehr und somit Lärm und Abgasbelästigung deutlich zugenommen. Im Sommer kommen dann noch die Touristen hinzu. An geöffnete Fenster ist für viele Bewohner nicht mehr zu denken.
Preetzer Straße
Vor dem Bau des Theodor-Heuss-Ringes war dies die Straße nach Preetz (alte B 76/202).
Reeperbahn
Reeperbahnen gibt es in vielen Städten, die bekannteste von ihnen befindet sich sicher in Hamburg. Hier wohnten und arbeiteten die Taumacher, die in "Reepschlägereien" arbeiteten.
Röntgenstraße
Nach dem Physiker Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923), Entdecker der Röntgenstrahlen und 1901 erster Nobelpreisträger für Physik.
Schulstraße
Gebaut 1875/76 und nach einer ehemals dort gelegenen Volksschule benannt. In der Gegend der Schulstraße lag das erste Zentrum Gaardens. Hier standen eine Kirche (in der Kirchstraße, etwa dort, wo jetzt die Schwimmhalle steht) und ein Krankenhaus.
An der Ecke zum Karlstal stand das frühere Gaardener Rathaus mit Leihbücherei. Richtung Elisabethstraße folgten dann noch ein Spielplatz sowie ein zweiter Platz, auf dem frühher der Wochenmarkt stattfand.
Spolertstraße
Nach Bahnmeister Johannes Spolert, einem der Gründer der Eisenbahnersiedlung Gaarden-Süd.
Stoschstraße
Nach dem Chef der deutschen Admiralität Albrecht von Stosch.
Theodor-Heuss-Ring
Eine der Straßen, die durch den zunehmenden Verkehr erst Ende des 20. Jahrhunderts entstanden ist. Nach dem ersten Bundespräsidenten und Ehrenbürger der Stadt Kiel Theodor Heuss (1884-1963).
Vinetaplatz
1903 nach einem Kreuzer benannt. Vineta war ausserdem ein verschollener Handelsplatz an der Ostsee. Der Vinetaplatz entstand in der zweiten Ausbauphase Gaardens am Anfang des 20. Jahrhunderts. Die ganze Gegend dort ist ein Hochmoor. Dort, wo heute die neuen, roten Häuser stehen, standen bis Anfang der 70er Jahre mehrere wunderschöne Jugendstilbauten. Durch das Moor begannen diese Häuser bereits nach wenigen Jahren abzusacken. Der Architekt, der schlimmstes befürchtete, nahm sich daraufhin das Leben. Überbleibsel der alten Häuser sind einige Ornamente, die in die neuen Häuser integriert wurden.
Zur Zeit des Nazi-Regimes plante Propagandaminister Goebbels, den Platz bis an die Schulstraße zu erweitern, um einen Versammlungsplatz für 20.000 Menschen zu schaffen.
Heutzutage findet dort am Dienstag und am Samstag der Wochenmarkt statt. Hauptnutzer des Platzes sind die vielen heimatlosen Gaardener Seelen, die sich dort zu buntem und lautem Saufgelage auf den Bänken treffen. Im Sommer mehr, im Winter weniger.
Zwischen ihnen, umgeben von Bäumen steht in einem Brunnen "Das Tanzpaar" von Hans Kock.
Der Platz ist ein Beispiel für eine schöne Fläche, die viel zu wenig genutzt wird. Hier liesse sich allerhand machen. Und das Wenige, was gemacht wird, ist einfach zu wenig. Das eigens eingerichtete "Stadtteilmanagement" hat hier bisher schlichtweg versagt.
Im Internet erregt der Platz eine andere Aufmerksamkeit als die gewünschte. (Siehe nächster Absatz)
Werftstraße
Sie führt genau an der Werft entlang. Die Fortsetzung ab Ellerbek ist die Schönberger Straße.
Gaarden - Zitate aus dem Internet
"Ein deutscher Junge"
Karl-Heinz Rasmus, geboren 1927 in der Medusastr. 5 erzählt ausführlich über seiner Kinder- und Jugendzeit. Eine lebhafte Beschreibung des Alltagslebens in den 20er, 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. Ein kleiner Auszug:
"Gaarden, der auf dem östlichen Fördeufer gelegene Teil Kiels, genoß als Wohngegend nicht gerade den besten Ruf und war bestimmt keine "feine Adresse". Ein großer Teil der Häuser stammte aus
dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Kiel, das den maßgeblichen Kriegshafen des Deutschen Reiches besaß, vervielfachte seine Einwohnerzahl in wenigen Jahrzehnten. Die Arbeit auf den Schiffswerften lief auf Hochtouren. Aus allen Teilen Deutschlands strömten Arbeitermassen herbei.
Für sie mußten schnell neue und vor allem billige Wohnungen gebaut werden.
Meistens vierstöckig errichtet, oft mit handwerklich oder gewerblich genutzten Hinterhöfen verbaut, boten diese Häuser keinen Komfort, wie er etwa heute selbstverständlich ist. Die Wohnungsgröße überschritt selten 2 bis 2,5 Zimmer. Das berüchtigte "Plumps-Klo", überwiegend von mehreren Mietparteien gemeinsam benutzt, machte sich durch einen üblen Gestank bemerkbar: entweder "auf halber Treppe", wie man so gemeinhin sagte oder, wenn es ganz schlimm kam, im Keller oder sogar auf dem Hinterhof."
Weiter zur Quelle auf www.seniorentreff.de
Aus den USA: A Little Adventure
"The Ostufer (East Shore) has become closer to the rest of Kiel since the construction of the bascule bridge across the Hörn. As well as the people who live in Gaarden, the bridge also brings the passengers of the ferry to Oslo from the newly built Norwegenkai to the shopping centres of the west shore. Nevertheless, Gaarden continues to be a separate world from Kiel itself.
Kiels biggest shipyards, the Howaldswerke, or HDW, are located here. The enormous request for shipyard workers encouraged a lot of immigrant workers, some of whom have now lived here for generations, to settle in this part of town. Thats why Turkish kebab shops, women with headscarves, playing children, and old men arguing are a common part of street life here.
Housing is cheap and often needs repairing. Colourful window frames, graffiti, small politically left wing pubs and creative cafes enrich the district and turn it into a little adventure."
Quelle: worldfacts.us
Ratschlag für bestimmte Studentinnen
"Kommt man nun um die Förde herum, gelangen wir in die Gegend des Sozialamtes, bei dem auch das Landesprüfungsamt zu finden ist. Ob diese örtliche Nähe der beiden Ämter einen Grund hat, konnte man mir bislang nicht sagen. Hier beginnt das Ostufer, das fast ein ganzer Stadtteil mit Zentrum für sich ist.
Die HDW, deren großer Kran schon ein Wahrzeichen Kiels ist, und die Bundesmarine haben hier große Areale, und auch sonst ist diese Gegend eher durch Schwerindustrie geprägt.
Auch, wenn im bekanntesten Teil "Gaarden" wirklich günstige Wohnungen zu finden sind, sollte man sich doch lieber noch einmal ein Bild von der Lage vor Ort und von Alternativen machen, bevor man sich hier einquartiert. Besonders weiblichen, wohlbehüteten Studenten sei davon abzuraten."
Quelle: Mortimer Gierthmühlen, im GEORG THIEME VERLAG - Via medici online
"Vinetaplatz und andere Puffs"
"Habe hier noch folgenden Vorschlag vorliegen, kann da jemand was zu sagen?
Seit geraumer Zeit zeigt sich auf dem Vinetaplatz in Kiel Gaarden die Entstehung eines Straßenstrichs, Mädchen im Alter von 18-30 Jahren, z.T Drogenkonsumenten, z.T. gut gepflegte Taschengeldverdienerinnen. Preis ca. 30 Euro mit oder ohne Gummi!! Ab 21.00 Uhr"
"Gelegentlich stehen Mädels am Vinetaplatz in Kiel Gaarden, teilweise aber Glückssache."
"Ist am Vinetaplatz eigentlich noch was? Ich war die letzten Abende mal da, konnte aber nichts finden. Wäre dankbar, wenn mir da jemand weiterhelfen könnte. Vielleicht gibt es ja sogar einen Erfahrungswert?"
"Hallo ist nun etwas am Vinetaplatz?????"
Aus einem Forum für "Freunde der Prostitution". Die genaue Quelle muss wohl nicht genannt werden.
"GAARDEN - bunt und vielfältig und sicher"
"Sehr geehrte Frau Stadtpräsidentin,
namens der CDU-Ratsfraktion stelle ich zur Ratsversammlung am 07. Juni 2001 folgenden Antrag: (...)
In der letzten Zeit verstärken sich die Hinweise, daß sich die Drogenszene in Gaarden vermehrt etabliert. Aus diesem Anlaß lud Bürgermeisterin Bommelmann am 15. Mai 2001 zu einem Gespräch am "Runden Tisch". Beteiligt waren (...).
Bei dieser Veranstaltung bestand allgemeiner Konsens in folgender Hinsicht: Die Drogenprobleme haben sich in den letzten Monaten verschärft. Angebot und Nachfrage sind deutlich gestiegen. Gaarden hat einen überregionalen Ruf in der norddeutschen Drogenszene. Dies führt zu zunehmend unerträglichen Zuständen für zahlreiche Mieter und Einwohner Gaardens: In vielerlei Hinsicht verunreinigte und verschmutzte Umgebung bis hin zu Treppenhäusern, Beschaffungsprostitution und abstoßende "Anmache" Unbeteiligter sind mittlerweile an der Tagesordnung und gefährden nachhaltig die Reputation des gesamten Stadtteils. Sie führen dazu, daß immer mehr Menschen ”ihrem” Stadtteil den Rücken kehren und wegziehen.
Dieser Entwicklung ist schnell und konsequent zu begegnen." (...)
Quelle: Antrag des Ratsherren Jakob Vieregge (Auszug, 29.5.2001)
Gaarden - Ein Film von Antje Hubert (Deutschland 1998)
Gaarden ist ein Stadtteil von Kiel, aber Gaarden liegt auf dem Ostufer der Förde, ein alter Werftarbeiterstadtteil. Die Bewohner nennen sich schon immer Gaardener, und eine kämpferische Grundhaltung gehört zum Leben genauso dazu wie das Mißtrauen gegen die »offizielle« Welt da drüben in Kiel. Das ist bis heute so geblieben. Doch während unten am Ufer auf ehemaligem Werftgelände ein neuer Stadtteil entsteht, wird das Zusammenleben in Gaarden immer schwieriger. Immer mehr Menschen ziehen fort, Wohnungen stehen leer.
Antje Hubert wohnt seit fünf Jahren in Gaarden und hat vor zwei Jahren angefangen, sich genauer umzusehen nach den Menschen, die hier bleiben, und die das Leben auf der Straße prägen.
Da sind die älteren Gaardener, die ihr Leben auf der Werft verbracht haben. Es sind immer mehr Arbeitslose, und auf den Bänken von Gaarden treffen sich viele von ihnen. Und es sind die türkischen Jugendlichen, deren Väter und Großväter auf der Werft Arbeit fanden. Sie sind hier geboren, aber ihre Heimat ist nicht Deutschland, sondern Gaarden. Alle Begegnungen offenbaren Bruchstücke von Biographien, vor allem aber sind es Versuche, sich zu vergewissern, wo man hingehört. Doch das ist nicht so einfach, wenn unter einem der Boden schwankt.
Antje Huberts Film "Gaarden" wurde gefördert mit Mitteln der Kulturellen Filmförderung Schleswig Holstein, und durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Kiel unterstützt.
Filmkritik aus dem Veranstaltungsmagazin "Station to Station".
Quelle: www.station.de
Klassenziel nicht erreicht
"Das vierte zur Beantragung vorgelegte Projekt widmet sich einer Verbesserung des Einzelhandlesstandortes Ostufer und hier insbesondere des Nebeneinkaufszentrums Gaarden. Mit dem Einsetzen eines Gewerbe-Immobilienmanagements soll die Angebotssituation von Waren und Leistungen im URBAN-II-Fördergebiet und insbesondere im Nebeneinkaufszentrum Gaarden verbessert werden. Geplant ist, aktiv für den Standort zu werben und ansiedlungsinteressierte Betriebe und Händler direkt anzusprechen. Es sollen vor allem Geschäfte für den Standort angeworben werden, die die Angebotsvielfalt erhöhen. Darüber hinaus wird das Image des Standortes verbessert, in dem Leerstände kurzfristig abgebaut werden. Dies alles erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Immobilienmaklern."
Quelle: Kiel-Magazin: "Wichtige Impulse auf dem Ostufer mit URBAN II"
Gaarden soll mehr Bildung und Gesundheit bekommen
Kiel – Die Sozialstatistik brachte es an den Tag: Gaarden droht weiter abzusacken. OB Angelika Volquartz kündigte ein Handlungskonzept an, um gegenzusteuern. Wer die Verwaltungschefin besuchen will, entdeckt im Vorzimmer eine bunte Karte, auf der gutes und preiswertes Wohnen in Gaarden angepriesen wird.
Doch genau das ist das Problem: Trotz jeglicher Werbekampagne, die die Stadt zusammen mit der Kieler Wirtschaftsförderungsgesellschaft (KiWi) startete, ziehen mittlerweile sogar alteingesessene Gaardener weg. Die höchste Arbeitslosigkeit, die ärmsten, dicksten und kränkesten Kinder, die höchste Schulabbrecherquote, die meisten Alleinerziehenden – "bittere Erkenntnisse" hat die OB zwar nach eigenen Aussagen erwartet, als sie die Datenerhebung über die Problemdichte in Auftrag gab: Doch "so bitter, das übertrifft jede Vorstellung."
Diese klare Analyse, erklärt Sozialdezernent Adolf-Martin Möller (parteilos), könne schwarz auf weiß belegen, wie dringend notwendig ein Umsteuern sei. Als größtes Problem sieht er die etwa 5000 Jugendlichen bis 25 Jahre, die in Gaarden von Hartz IV leben. Tendenz: steigend. Aus dem Grund pocht die Verwaltung darauf, möglichst frühzeitig und ganzheitlich einzugreifen, um die Chance auf Bildung und Ausbildung zu erhöhen. Gaarden sei aber bei Krippen wie Kitas unterversorgt: "Das muss sich ändern – auch in der inhaltlichen Ausrichtung". In den nächsten Monaten will die OB der Politik Handlungsempfehlungen vorlegen, in die alle Akteure und Experten Gaardens eingebunden werden sollen. Zu den ersten Maßnahmen mit den Schwerpunkten Kitas, Gesundheit und Schulen zählt die Verlegung von zwei halben Sozialpädagogen-Stellen von Mettenhof im August 2007 an die Fridtjof-Nansen-Schule. Durch Umschichtung hofft die Verwaltung die dadurch entstehenden Lücken im ebenfalls problematischen Stadtteil Mettenhof zu füllen.
Im nächsten Frühjahr plant die Stadt zudem eine Kampagne, um vor allem mehr türkischsprachige Eltern zu bewegen, ihre Kinder in die Kindergärten zu schicken – wegen des frühzeitigen Spracherwerbs. Mit dem Lions Club verhandelt sie derzeit über die Finanzierung von mehrsprachigen Erinnerungsschreiben an die Eltern, ihren Nachwuchs lückenlos medizinisch untersuchen zu lassen.
"Wir brauchen Zeit für spürbare Erfolge", dämpft Stadtrat Möller allzu große Erwartungen. Aber: "Wir fangen schließlich nicht bei Null an". So habe die Stadt erfolgreich runde Tische zwischen Schulen, Stadt und Land ins Leben gerufen, um Schulen und Jugendtreffs stärker zu verbinden. Kleinere Gruppen in den Regeleinrichtungen, mehr Sprachförderung, mehr Schularbeitshilfe, mehr Erzieher – all das kostet Geld, das, so hofft die Verwaltung, nicht nur durch andere Prioritätensetzung bei der Mittelverteilung, sondern auch durch Einsparungen im Sozialdezernat aufzubringen ist.
Was man nicht brauche, seien "Aktionismus und parteipolitische Scharmützel", wehrt die Verwaltungschefin Vorwürfe ab wie den der der SPD ab, bei der Verteilung knapper Mittel einen Stadtteil gegen den anderen ausspielen zu wollen: "Man tut der gesamten Stadt einen Dienst, wenn solche Probleme in einem Stadtteil gelöst werden." Einen weiteren Vorwurf, bei Bildungseinrichtungen wie der Stadtteilbücherei zu kürzen, lässt sie ebenfalls nicht gelten: Die Stadt müsse sparen. Die Bücherei soll wie in anderen Stadtteilen mit Hilfe des Bürgerengagements in eine andere Form überführt werden.
(Kieler Nachrichten vom 12.10.2006, Martina Drexler)
Gaardener Homepages
Die Gaardener Domains finden sich in der Rubrik Internet
Gaarden - Dokumente im Internet
AWO Kiel: Ein Stadtteil in Wandlung
Daos-Clan.de: Die Fördeschiffahrt
Gaarden - historisch Mehrere, ausführliche Texte auf der Homepage der SPD Gaarden.
Geschichte.Schleswig-Holstein.de
Museumsbahn Schönberg: Bilder zum Gaardener Bahnhof
Raum Energie.de: Wettbewerbsskizze für die Hörn
Soziale Stadt - Arbeitspapiere (PDF)
Uni Kiel: Die Werft
Uni Kiel: Die Stadt Kiel - Stadtentwicklung von Kiel
Matthias Voss: Diplomarbeit (PDF)
Auf allen Meeren zu Hause: Typhone aus Gaarden (Kieler Nachrichten vom 28.4.99)
Drogentourismus in Gaarden: Stadt ist macht- und hilflos (Hempels vom Juli 2001)
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