Inhalt Adressen und Links zu den Themen: Abhängigkeit, Alkohol, Beratung, Drogen, Ecstacy, Drogenberatung, Gesundheitsämter, Haschisch, Heroin, Opiate, Psychopharmaka, Schmerzmittel, Sucht
Moin, moin!
Was wir hier vorhaben ...
Sucht ist ein echtes und offenes Problem. Wobei es nicht nur um Opium-Derivate geht, sondern auch um Alkohol und diverse "Medikamente". An dieser Stelle möchten wir alle Betroffenen zu Worte kommen lassen: Drogenberatung, Süchtige, Polizei und alle, die sich mit diesem leidigen Problem herumschlagen müssen.
Worauf wir dabei gerne verzichten können: Pädagogische Zeigefinger, amtliche Verlautbarungen und Ähnliches. Wenn jemand der Angesprochenen Lust hat, hier seine Erfahrungen und Gedanken vom Stapel zu lassen: Nur zu! Einzige Bedingung: "Aus dem Bauch raus" soll es sein. Wir veröffentlichen auch anonym.
Nachrichten
Mutter und Kinder angetrunken am Strand
(10.7.2006 ots) Die Polizei hat Sonntagnachmittag in Möltenort eine angetrunkene Frau und acht unter Alkoholeinfluss
stehende Kinder unter erheblichen Schwierigkeiten vom Strand entfernt und dafür gesorgt, dass sie nach Hause kommen.
Gegen 16 Uhr alarmierte die Strandaufsicht die Polizei. Eine Mutter halte sich dort mit einer ganzen Kinderschar auf, sie trinke
Vodka und reiche die Flasche an die Minderjährigen weiter. Badegäste würden massiv bepöbelt.
Die eingesetzte Streifenwagenbesatzung konnte sich vor Ort von der Richtigkeit der Angaben überzeugen. Die Polizisten mussten sich von
der unter Alkoholeinfluss stehenden Frau massive Beleidigungen anhören, selbst die Kinder beteiligten sich an den verbalen Angriffen. Strandbesucher in großer Zahl verfolgten den Einsatz.
Nur mit Mühe, unter Einsatz von Pfefferspray und Anlegen von Handfesseln konnte die 41-Jährige in den Streifenwagen gebracht
werden. Dabei spuckte sie und trat um sich. Acht mehr oder minder angetrunkene Kinder oder Jugendliche im Alter zwischen 11 und 16 Jahren hielten sich im Umfeld der Frau auf.
Mit der gesamten Gruppe ging die Fahrt nach Gaarden, aufs 4. Polizeirevier. Die 41-jährige Mutter hatte zwei eigene Kinder dabei,
die anderen befanden sich in ihrer Obhut. Atemalkoholüberprüfungen bei einer 11-Jährigen ergaben einen Wert von 0,74 Promille, eine
12-Jährige hatte 0,2 Promille, eine 14-Jährige 0,8 Promille und ein 16-jähriger Jugendlicher lag mit 1,22 Promille an der Spitze.
Die deutlich angetrunkene Frau musste sich einer Blutentnahme unterziehen. Die Beamten erstatteten Anzeige wegen Widerstandes, Beleidigung und Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz.
Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen kümmerten sich Mitarbeiter des Jugendamts um die Mutter und ihre beiden Kinder. Die
Eltern der anderen Kinder erhielten Nachricht, sie nahmen ihre Sprösslinge auf dem Revier in Empfang.
Gesuchter Dealer zeigt artistische Leistung
(6.4.2006 ots) Um der drohenden Festnahme zu entgehen, hat ein gesuchter Dealer 30 Minuten außerhalb des Hauses auf der Stange einer Satellitenschüssel verbracht.
Vor drei Jahren ermittelte die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift bei der Bezirkskriminaldirektion Kiel gegen einen Kieler Drogenhändlerring. Der Gruppe konnte der Handel mit rund 20 Kilogramm
Kokain nachgewiesen werden. Ein damals 45-jähriger Albaner entzog sich der Festnahme, er setzte sich in sein Heimatland ab.
Die Fahndung nach dem mit Haftbefehl gesuchtem Mann übernahm das Kieler Direktionsfahndungskommando. In jüngster Zeit verdichteten
sich die Hinweise, dass der jetzt 48-jährigen und zwischenzeitlich ergraute Albaner in Kiel sein sollte. Seine Familie lebte nach wie vor im Stadtteil Gaarden.
Donnerstagmorgen gegen 08:30 Uhr suchten die Fahnder das fünfstöckige Mehrfamilienhaus auf, in der zweiten Etage wohnen Frau
und Kinder der Zielperson. Die Polizisten klingelten und klopften, es befand sich jemand in den Räumen, jedoch wollte niemand öffnen. Erst
als die Beamten androhten die Tür einzutreten, öffnete die Frau. Eine Durchsuchung der Zimmer verlief erfolglos, der Mann war nicht zu
finden. Auch in einem längeren Gespräch mit der Ehefrau ergaben sich keine Hinweise auf den Gesuchten. Nach rund 30 Minuten
verabschiedeten sich die Beamten unverrichteter Dinge. Sie verließen das Haus und schauten noch einmal entlang der Fassade. Dabei
erkannten sie einen leicht bekleideten Mann, der sich gerade in ein Fenster schwang. Augenscheinlich in die Wohnung, die gerade durchsucht worden war.
Sofort liefen die Fahnder die Treppe hinauf. Eine nochmalige Durchsuchung der Räume blieb erneut erfolglos. Aus dem Haus konnte der Mann nicht geflüchtet sein. Letztlich nahmen die Einsatzkräfte
den 48-Jährigen oben im Treppenhaus fest. Er war barfuss und lediglich mit Jogginghose und T-shirt bekleidet.
Wie sich herausstellte, war der Dealer beim ersten Erscheinen der Polizisten aus dem Fenster im 2. Stock gestiegen, rund eineinhalb Meter unter dem Fenster ist an der Wand des Hauses der Halter mit der
Satellitenschüssel befestigt. Mit den unbeschuhten Füßen auf der Stange und die Hände am Fensterbrett verbrachte der Mann einen rund
30-minütigen Stunt in etwa zehn Metern Höhe bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Doch genutzt hat es nicht, der Beschuldigte wird noch am Donnerstag dem Richter vorgeführt.
Schwerer Schlag gegen Rauschgifthändler
(8.1.2005 ots) Dealer in Kiel festgenommen, Ermittlungen führen auf die Spur seines Hamburger Drogen-Lieferanten. Das Zivile Streifenkommando hat am 2. Januar in der
Kieler Innenstadt eine Drogenübergabe beobachtet, Durchsuchungen führten zur Beschlagnahme von rund 576 Gramm außergewöhnlich reinen
Heroins. Im Zuge der Folgeermittlungen mit dem Hamburger Landeskriminalamt ist der Lieferant des Kielers festgenommen worden.
Montag gegen 19:40 Uhr fiel den Beamten in der Flämischen Straße ein mit zwei Männern besetzter Wagen auf, eine Frau mit Krücken trat
an das Auto heran, sie sprach mit dem Beifahrer, dann wechselte Geld den Besitzer. Nach dem vermeintlichen Drogenhandel entfernte sich das
Fahrzeug in Richtung Ostufer. Die zivilen Fahnder folgten dem Wagen,
im Ostring stoppten sie das Auto. Bei der Kontrolle der Insassen ließ der Beifahrer ein Beutelchen unter dem Sitz verschwinden. Bei
genauerer Überprüfung fanden die Polizisten dort zwei Behältnisse, in einem Geld, das andere enthielt ein bräunliches Pulver. Auf Nachfrage
gestand der Mitfahrer, dass es sich um Heroin handele. In der Hosentasche des Mannes steckten noch 3.305 Euro Dealergeld.
Die Ermittlungsgruppe Rauschgift wurde alarmiert und schaltete sich in die Untersuchungen ein. Nach Rücksprache mit dem Bereitschaftsstaatsanwalt ordnete dieser die Durchsuchung der Wohnungen des 36-jährigen Dealers und seines 49-jährigen Fahrers an.
Darüber hinaus konnten die Ermittler auch die Konsumentin mit den Krücken ausfindig machen. Die Wohnung der 38-Jährigen wurde ebenfalls durchsucht.
Insgesamt stellten die Einsatzkräfte 576,2 Gramm zum Teil noch nicht gestreckten Heroins sicher. Weiterhin 30 Gramm Streckmittel,
Dealerhandys und 5115 Euro Bargeld. Der Verkaufswert der Drogen lag bei rund 10.000 Euro. In den Vernehmungen kristallisierte sich der 36-Jährige als der eigentliche Dealer und Haupttäter heraus. Fahrer und Kundin waren beide stark dogenabhängig, er versorgte sie mit der täglich benötigten Heroinration.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kiel wurde der Hauptbeschuldigte Dienstagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt, der 36-Jährige ging in Untersuchungshaft. Die beiden Konsumenten kamen auf freien Fuß, der 49-Jährige musste sich allerdings wegen Fahrens unter Drogeneinfluss einer Blutentnahme unterziehen.
Der Vorgang war damit jedoch nicht abgeschlossen. Die Untersuchungen führten auf die Spur eines 22-jährigen in Hamburg ansässigen Türken, der als Drogenlieferant des Kielers in Betracht kam.
In enger Zusammenarbeit gelang es Drogenfahndern des Hamburger Landeskriminalamts und die Kieler Ermittlungsgruppe Rauschgift den Lieferanten ausfindig zu machen. Am Freitagmittag kam es in Hamburg zu Durchsuchungen, die zur Festnahme des 22-jährigen Dealers führte. Dabei stellten die Fahnder 250 Gramm sehr reines Heroin und 5 Kilogramm des Streckmittels Manitol sicher.
Geschäftsidee des Monats Ich-AG-Gründer handelt mit Marihuana
(7.10.2005) Eine professionell angelegte Plantage zur Aufzucht von Marihuana hat die Polizei in Bönen (Kreis Unna) auffliegen lassen. Wie die Behörde mitteilte, soll ein 42-Jähriger im Keller eines Hauses rund 60 Hanfpflanzen angebaut haben.
In der Wohnung des Beschuldigten wurden zudem 340 Gramm Marihuana sichergestellt. Die Drogen waren zum Teil schon verkaufsfertig verpackt.
Auf die Spur des Mannes waren die Ermittler unter anderem gekommen, weil er mit einem Dortmunder eine Ich-AG betreibt, bei der er legal Artikel verkauft, die für die Aufzucht von Marihuanapflanzen benötigt werden. Bei einer Durchsuchung der Geschäftsräume in Dortmund wurden zudem geringe Mengen LSD, Ecstasy, Marihuana und Amphetamine entdeckt.
Gefunden auf: www.e110.de
Dealer geschnappt
(24.8.2004) 240 Gramm Heroin fand die Polizei am Montag bei einem 28-jährigen Iraker. Wo? Natürlich in unserer städtischen Gifthochburg Kiel-Gaarden.
Schon seit Februar (!) hatten einige sangesfreudige Vögel aus der Junkie-Szene der Polizei Hinweise darauf gegeben, dass ein Gaardener diverse Straßendealer mit Heroin in 50 Gramm Portionen versorgt. Nach einem halben Jahr genügte dann am Montagmittag eine kurze Observation, um sich Gewissheit zu verschaffen. Der Iraker wurde in seiner Wohnung im Kirchenweg aufgesucht. Dort erschnüffelte ein Rauschgifthund 240 Gramm Heroin und 190 Gramm Streckmittel. Das Heroin war von seltener Qualität, es waren sogenannte "Rocks", also Heroin in Reinkultur, wahrscheinlich direkt aus dem Erzeugerland importiert. Auf der Straße wäre dies etwa die vier- bis fünffache Menge gewesen, also mehrere tausend Portionen. Ebenso durchsucht wurden vier weitere Wohnungen, die der Iraker angemietet hatte und in denen sich weitere Streckmittel, Waagen und eine Gaspistole fanden. Ausnahmsweise reichte dieses Mal die gefundene Menge; der Iraker wurde in Untersuchungshaft genommen. Ein unangenehmer Beigeschmack bleibt trotzdem. Wieso hat es trotz diverser Hinweise ein halbes Jahr gedauert, um den Mann dingfest zu machen?
Im Jahr 2003 sind in Deutschland 1.330 Menschen durch den Konsum von Rauschgift ums Leben gekommen.
Ist das noch Demokratie?
(27.4.2004) Im Spätsommer letzten Jahres liefen die Diskussionen heiss. Die Gaardener Filiale der Drogenhilfe Kiel wollte an ihrem Laden einen Spritzenautomaten anbringen. Und alle waren dagegen: Eltern, Lehrer, Anwohner, sogar der Ortsbeirat sprach sich gegen diese Maßnahme aus. Und nun hängt er doch. An der Ecke Karlstal / Kaiserstraße wurde vor Kurzem ein Spritzenautomat angebracht, damit die Tag und Nacht schwer beschäftigten Junkies auch ausserhalb der Öffnungszeiten von Apotheken und Drogenhilfe an ihre Spritzbestecke kommen können. Und nicht nur das, hier wird perfekter Service geboten: Neben Kondomen werden auch die nötigen Utensilien offeriert, um den Schuss vorzubereiten, bevor er in der Spritze aufgezogen wird. Frage eines entsetzten Geschäftsmanns, der seinen Laden ein paar Häuser weiter hat: "Warum wird der Automat für Heroin nicht gleich daneben aufgehängt?" Und: "Ich muss mich vor meinen Kunden schämen, in so einer Gegend zu sein."
Was will uns dieser Vorgang sagen? Dass die Stadt Kiel und sonstige Zuständige in selbstherrlicher Manier und gegen alle Spielregeln der Demokratie mit den Gaardenern machen, was sie wollen? Und/Oder dass der Ortsbeirat Gaarden eine sinnlose Steuergeldverschwendung mit der Durchschlagskraft einer holländischen Salatgurke ist? Oder ist die städtische Vertreibungspolitik in der Innenstadt mittlerweile so "erfolgreich", dass die Dealer und ihre Kundschaft in der Drogenhochburg Gaarden in der Mehrheit sind? Zur Erinnerung: In 2002 wurde ein Drittel des landesweit beschlagnahmten Rauschgiftes in Gaarden sichergestellt.
Zur Vorgeschichte: Archiv September 2003
Drogenbericht der Bundesregierung vorgelegt
(24.4.2004) Die besonders schlechte Nachricht des neuen Drogen- und Suchtberichtes ist in der Tat alarmierend, obwohl das Problem schon seit geraumer Zeit bekannt ist: Immer mehr Jugendliche betätigen sich in ihrer Freizeit als Kampftrinker, "Hoch die Tassen" heißt es in der Spaßgesellschaft. Klar, der gewollte Missbrauch wird sich stets seinen Weg suchen, ob über die elterliche Minibar oder den Kiosk und den Supermarkt an der Ecke. Daran wird auch das Jugendschutzgesetz nichts ändern. Aber man muss dennoch wieder und wieder darauf drängen, dass diejenigen, die es angeht, nicht leichtfertig über die sinnvollen Vorschriften des Gesetzes hinweg sehen - lieber einmal mehr beim Alkohol- und Zigarettenverkauf Nein sagen, als einmal zu wenig.
Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen stellt sich die Frage, warum eigentlich "Komatrinken" für die Taschengeldfraktion zum Freizeitsport geworden ist. Nur die verlockenden und wahrlich zu billigen Alkopops können nicht der Grund sein. Nein, es ist auch ihre Perspektivlosigkeit, die viele Jugendliche zur Flasche greifen lässt nach dem Prinzip, wir trinken uns ganz cool die miserable Zukunft schön. Prävention allein - die übrigens ebenso Sache der Familien ist - hilft da nicht.
Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind gefordert, ihrem Nachwuchs endlich mehr Chancen zu bieten. Und nicht nur über die vermeintlich ach so qualitätslose Jugend zu lamentieren.
Quelle: freeletter.de
Rauschgift macht schlau?
(30.3.2004) Genau vor den Augen der Polizei hat am Sonntag ein 39-jähriger Rauschgiftabhängiger in der Wikingerstraße in Kiel-Gaarden versucht, ein Fahrrad zu klauen. Was natürlich daneben ging. Bereits am Vormittag des selben Tages hatte der Mann einer 60-jährigen Frau auf dem Vinetaplatz das Portemonnaie geraubt.
Bewaffneter Frühsport in Kiel-Gaarden
16-jähriger hielt fast drei Stunden lang die Polizei auf Trab
(8.2.2004) Es ging die Straße rauf, es ging die Straße runter. Es ging in die Nebenstraßen und wieder zurück.
Fast drei Stunden hielt ein 16-jähriger Drogensüchtiger, bewaffnet mit einer Gaspistole, ein gutes Dutzend Polizisten mit gezogenen Schusswaffen in hektischer Bewegung. Menschen sind nicht zuschaden gekommen, aber zwei (drei?) Streifenwagen blieben zertrümmert auf der Strecke, sie wurden ein Fall für den Abschleppwagen.
Am Sonntagmorgen gegen 6:45 fiel einer Streife Nähe Vinetaplatz im Kieler Stadtteil Gaarden ein grölender, junger Mann auf. Dieser passierte den Wagen, zog eine Waffe, drehte sich um und bedrohte die Beamten. Die Polizisten flüchteten aus ihrem Fahrzeug und gingen in Deckung. Verstärkung aus der ganzen Stadt wurde herbeigerufen.
Dann ging es die Wikingerstraße rauf und runter, dreimal, viermal, öfter, insgesamt zwei Stunden lang. Es ging zu wie in einer Stierkampf-Arena - nur irgendwie umgekehrt. Wahlweise sprinteten die Polizisten in Deckung oder dem jungen Mann hinterher, der seine Waffe auf alles richtete, was sich bewegte und vollkommen unzugänglich war.
Schliesslich wurde ein zweiter, im oberen Teil der Wikingerstraße abgestellter Polizeiwagen sein Opfer. Er schlug die Scheiben ein, verteilte den Inhalt des Wagens auf der Straße und schnappte sich einen Schlagstock und ein Beil, mit dem er eine Motorhaube demolierte. Bei einer der nächsten Runden erwischte er dann einen Feuerlöscher.
Wieder angekommen beim ersten Fahrzeug in mehreren hundert Metern Entfernung zertrümmerte er auch an diesem die Scheiben und nahm den Feuerlöscher in Gebrauch. Der Inhalt dieses Wagens landete ebenfalls auf der Straße, ein Koffer wurde geöffnet und untersucht. Schliesslich nahm sich der junge Mann noch die Zeit, um in aller Ruhe und völlig ungestört den Inhalt eines Aktenordners zu studieren.
Genug des Hin- und Herrennens zog sich der orientierungslos wirkende Drogensüchtige dann auf den Dachboden eines Hauses in der Johannesstraßße zurück. Nach fast drei Stunden konnte ihn hier ein Sondereinsatzkommando aus dem 45 km entfernten Eutin ohne Gegenwehr dingfest machen. Der 16-jährige Deutsche landete in der Psychiatrie.
Während der ganzen Zeit des Einsatzes konnten Anwohner ihre Häuser nicht verlassen, Passanten mussten großräumig umgeleitet werden.
Eine ganz neue Dimension: Eine Krankenwagenbesatzung in schusssicheren Westen. Das war man bisher nur von Bildern aus Beirut, Bagdad oder Kabul gewohnt. Kommentar
Mein (gut ummauerter!) Balkon im dritten Stock befand sich genau in der Mitte des Geschehens, so dass ich bei diesem Vorfall Augenzeuge war. Ein gutes Dutzend Polizisten, die gegen einen durchgeknallten Teenager nicht so gut aussahen. Was in diesem Stadtteil nichts Neues ist. Im Jahr 2002 wurde im Stadtteil Kiel-Gaarden ein Drittel der in ganz Schleswig-Holstein gefundenen Menge an Rauschgift sichergestellt. Hier eskalieren Gewalt, Sumpf, Rauschgifthandel. Welch Wunder, wenn hier Leute laufen gelassen werden, die sich mit 95 Gramm Heroin und Kokain in der Tasche zusätzlich noch beim Ladendiebstahl erwischen lassen. (Siehe Artikel unten.) Die meisten der in den letzten Wochen auf frischer Tat Ertappten durften sich die Füße wärmen und dann wieder gehen.
Bewohner UND Behörden lassen diesen Stadtteil einfach verkommen. Fragt sich, wann wir "unseren Schill" kriegen, denn der ist in Hamburg durch eben solche Zustände erst groß geworden. So wie ein anderer "Herr" einige Jahrzehnte vor ihm. Übrigens ...
Am 18. Februar findet auf dem 4. Polizeirevier ein Hearing zum Thema "Angsträume in Gaarden" statt. Der Titel ist überholt. Angesichts der Geschehnisse in der letzten Zeit muss man schon deutlich vom Angstraum Gaarden sprechen. Die GaardenerInnen sollten den Termin wahrnehmen. Die Veranstaltung beginnt um 16:00 Uhr.
Ja, wo läuft er denn?
(3.2.2004) Wo er läuft, das wissen wir nicht. Aber dass er läuft, das wissen wir. Denn man hat ihn laufen lassen. 28,5 Gramm Kokain, aufgeteilt in 80 Verkaufseinheiten hatte der 25jährige Litauer bei sich, den das Brennpunktteam des 4. Polizeireviers am Freitagvormittag auf frischer Tat ertappte und nach einem Drogenhandel dingfest machte. "Hinweise" (man beachte die Mehrzahl) aus der Bevölkerung hatten die Polizei auf den Dealer aufmerksam gemacht, der im Umfeld der Kiel-Gaardener Schwimmhalle seinen schmutzigen Geschäften nachging.
Nach der Übergabe an die Ermittlungsgruppe Rauschgift gab der Dealer an, bei einer Freundin in Hamburg zu wohnen und ansonsten keinen festen Wohnsitz zu haben. Die Polizeipresse berichtet: "Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft kam der Beschuldigte auf freien Fuß, die Drogen wurden einbehalten, das Dealerhandy musste ihm ausgehändigt werden."
Beruhigend zu wissen, dass man in Gaarden auch ohne festen Wohnsitz seinen illegalen Geschäften nachgehen kann. Und sicherlich sehr motivierend für Polizei und aufmerksame Anwohner gleichermaßen, wenn Aufmerksamkeit und handfester Einsatz - der Litauer hatte versucht, sich der Festnahme zu entziehen - so honoriert werden.
Ich weiss ja nicht, ob Sie es wussten: Die Fähre nach Litauen fährt vom Ostuferhafen ab.
Rauschgifttäter in Kiel-Gaarden - dümmer als die Polizei erlaubt.
(24.1.2004) Wer 95 Gramm Heroin und Kokain mit sich herumträgt, tut gut daran, nicht sonderlich aufzufallen. Diese Binsenweisheit war anscheinend einem 40-jährigen unbekannt, der am gestrigen Donnerstag in der Elisabethstraße in Kiel-Gaarden unterwegs war. Nicht nur, dass er in einem Supermarkt lange Finger machte, er liess sich auch noch vom Filialleiter dabei beobachten. Dieser rief die Polizei. Als die Beamten den Mann festnehmen wollten, flüchtete er in das Büro des Ladens, schloss sich ein und versuchte das Gift zu beseitigen. Ohne großen Erfolg.
95 Gramm. Das sind meines Wissens nach ungefähr 450 Portionen, Eigenbedarf ist also kaum anzunehmen. Trotzdem wurde der Mann nach der Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt.
Ähnlich geistig auf der Höhe war eine offensichtlich angetrunkene und heroinsüchtige Frau, die um Weihnachten herum in der Blitzstraße, ebenfalls in Kiel-Gaarden, in Sachen Beschaffungskriminalität unterwegs war. Mit einem Stuhl versuchte sie, die Scheibe einer Balkontür einzuschlagen. Da sie offensichtlich nicht nur dumm, sondern auch noch taub war, überhörte sie den Krach, den ihr Einbruchsversuch machte. Der Wohnungsbesitzer war weniger taub, wachte auf und machte den Superstar in Sachen Einbruch dingfest.
Alle Gaardener Dinge sind drei: Nicht besonders helle waren auch die drei Männer ausländischer Abstammung, die am hellichten Tag in einem Auto in der Kaiserstraße einen Deal abwickeln wollten. Helle waren nur zwei Streifenbeamte des 4. Reviers, denen das Treiben verdächtig vorkam. Aus dem Polizeibericht: "Bei der Durchsuchung der Festgenommenen und deren Auto fanden die Polizisten weitere Drogen. Einer der Beschuldigten verbarg sogar in der Unterhose Betäubungsmittel.
Insgesamt stellten die Beamten etwa 15 Gramm Heroin sicher. Bei der ersten Anhörung der Fahrzeuginsassen verdichteten sich die Hinweise, dass es sich bei dem 21-Jährigen um den Dealer handelte. Daraufhin ordnete die Staatsanwaltschaft die Durchsuchung seiner Wohnung an. Weitere Drogen wurden zwar nicht gefunden, aber die Polizisten stellten 530 Euro in szenetypischer Stückelung sicher."
Und weiter: "Im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen wurden die Männer entlassen."
Alles andere als sauber
(13.8.2003) Der überwiegende Anteil des auf dem Markt befindlichen Heroins hat einen tatsächlichen Wirkstoffgehalt von weniger als 20 Prozent Ein höherer Wirkstoffgehalt ist meist nur bei Mengen zu verzeichnen, die "Großhändlern" abgenommen wurden. Der Junkie auf der Straße muss sich in der Regel mit 90 Prozent Zusatz- oder Verschnittstoffen zufrieden geben.
Im Jahr 2002 untersuchte das Bundeskriminalamt 4.147 beschlagnahmte Proben auf Zusätze und Verschnittstoffe. Was tut sich so ein armer Junkie für teures Geld also rein? Es wurden festgestellt bei den ... Zusatzstoffen: Coffein, Paracetamol, Griseofulvin, Phenobarbital, Diazepam, Phenazon, Ascorbinsäure, Phenolphtalein, Kokain, Carbamazepin, Gamma-Hydroxybuttersäure (GHB) Verschnittstoffen: Lactose (Milchpulver), Glycerin, Mannit, Saccharose, Glucose, Stärke/Mehl, Zitronensäure, Silikat, Talkum, Calciumcarbonat.
Vor allem bei den Zusatzstoffen muss also festgestellt werden, dass die chemische und pharmazeutische Industrie bei jedem Schuss kräftig mitverdient.
Und ansonsten: Guten Appettit!
(Quelle: Rauschgiftjahresbericht 2002 des Bundeskriminalamtes)
Prima Zusammenarbeit
(25.7.2003) Um alle Seiten hier zu Wort kommen zu lassen, hatten wir den "Statthalter" der Drogenberatung in Kiel-Gaarden um ein mehr persönliches Interview gebeten. Wie es so ist: Dafür musste beim Big Boss erstmal eine Genehmigung eingeholt werden.
Ergebnis: Abgelehnt. Diese Seite sei zu kommerziell, so wurde beschieden. Mein lieber Herr Großer Vorsitzender:
1. werden viele Drogensüchtige - egal ob Alkohol oder Schiessgifte - durch die lausige, wirtschaftliche Situation zu Verzweifelung und Drogenkonsum getrieben. Wenn wir der Wirtschaft helfen, helfen wir damit auch den anderen.
2. ostufer.info bekommt von nirgendwo Fördermittel oder sonstige Hilfen in den Hintern geblasen, auf denen wir uns ausruhen können. Glauben Sie vielleicht, so eine Seite macht und finanziert sich von alleine?
3. Jedwede Information - egal, wo sie steht - sollte wichtig sein, um auf die Misere und auf Ihre Arbeit aufmerksam zu machen.
4. Sind Tageszeitungen vielleicht Wohlfahrtsinstitute? Auf deren Berichterstattung verzichten Sie nicht.
5. Sollen wir hier vielleicht aufgrund unseres "kommerziellen Gedankens" die Heroinpreise veröffentlichen? Schliesslich ist auch der Drogenhandel ein nicht ganz kleiner Wirtschaftsfaktor. Ich kann mir gut vorstellen, dass "die andere Seite" zu mehr Kooperation fähig ist.
Wir werden Ihre Kompetenz weiterempfehlen.
THC Pharm GmbH strebt Zulassung für Cannabisarznei an
(3.7.2003) Fünf Jahre nachdem der THC Pharm GmbH erstmalig die Herstellung von Dronabinol aus Faserhanf gelang, strebt die in Frankfurt ansässige Firma eine Zulassung als Fertigarzneimittel für den Hauptwirkstoff der Cannabispflanze an. Die aus einer Patienteninitiative hervorgegangene THC Pharm ist europaweit der erste Hersteller von Dronabinol (delta-9-Tetrahydrocannabinol) und Cannabidiol CBD, den schmerzdämpfenden und krampflösenden reinen Hauptwirkstoffen der Cannabispflanze. Seit drei Jahren ist die Substanz bundesweit verfügbar und wird immer häufiger bei der Bekämpfung von Spastiken, Schmerzen, Übelkeit oder Appetitlosigkeit eingesetzt. Nun werden die im Unternehmen erzielten Produktivitätsfortschritte teilweise in Form von Preissenkungen an Apotheker und Krankenkassen weitergegeben.
Bisher verarbeiten weit über 1000 Apotheken vor allem in Deutschland und Österreich die auf Betäubungsmittelrezept verschreibbare Rezeptursubstanz zu Kapseln, öligen Tropfen oder einem alkoholischen Inhalat. Neben der Ausweitung der Produktion steht nun die Zulassung eines Fertigarzneimittels im Vordergrund. Dazu werden derzeit intensive Gespräche mit verschiedenen Partnern geführt. "Nach unseren Planungen sollen klinischen Studien noch in diesem Jahr beginnen", so Holger Rönitz, Geschäftsführer des seit 1996 bestehenden zwölf Mann Unternehmen. Problematisch bleibt allerdings, dass noch unklar ist, ob und wann ein Cannabisextrakt in Deutschland verschreibungsfähig wird. Erst Ende Mai hatte die Bayer AG 35 Millionen Euro für die Vermarktungsrechte eines britischen Cannabisextraktes gezahlt, der Ende des Jahres eine Zulassung in England erhalten soll.
(Quelle: THC Pharm GmbH)
Adressen, Links, Tipps
Kiel-Elmschenhagen
AMEOS Klinik für Abhängigkeitserkrankungen
Tiroler Ring 623, 24147 Kiel, T. 0431 - 78053-0
web: www.ameos.de - e-mail: info@ameos.de
Kiel-West
Beratungsstelle am ZOB
Auguste-Viktoria-Straße 14, 24103 Kiel, T. 0431 - 672148 Guttempler-Jugend-Zentrum Kiel e.V.
Drogenberatungsstelle für Jugendliche, Damperhofstr. 26, T. 0431 - 96626 Gesundheitsamt, Sozialpsychiatrischer Dienst
Haus der Gesundheit, Fleethörn 18-24, 24103 Kiel, T. 0431 - 9012110 Kieler Stadtmission, Beratungsstelle für Suchtmittelabhängige
Fleethörn 61 (Hinterhaus), 24103 Kiel, T. 0431 - 93133 Drogenberatungs- und Suchttherapiezentrum Kiel
(Drogenberatungsstelle Kiel und Umgebung e.V.), Auguste-Viktoria-Str. 10/12
24105 Kiel, T. 0431 - 5795900, Fax 57959030 hfg - Hilfe für Gefährdete e.V.
Straffälligen- und Suchtkrankenhilfe, Holtenauer Str. 243
24106 Kiel, T. 0431 - 338726 Frauentreff - Beratung für Frauen und Mädchen mit Eßstörungen
Kurt-Schumacher-Platz 5, 24109 Kiel, T. 0431 - 524241 CLARO - Kontaktladen für Drogenabhängige
Boninstr. 47 (Hinterhof), 24114 Kiel, T. 0431 - 13792 Drogenhilfe Kiel - ASS
Sophienblatt 73a, 24114 Kiel, T. 0431 - 661733
e-mail: drogenhilfe-kiel@t-online.de Verein ODYSSEE
Sophienblatt 73a, 24114 Kiel, T. 0431 - 661733, Fax: 6617344
web: www.odyssee-kiel.de - e-mail: info@odyssee-kiel.de
Haus kaufen?
Oder Auto verschenken?
PartnerIn gesucht?
Keller zu voll?
Dafür haben wir einen Markt für Kleinanzeigen.
Kost nix. Also: Gib Gas!
Lettland
Litauen
Niederlande
Norwegen
Polen
Rußland
Schleswig-Holstein
Schweden
Besuche auf Ostufer.Info
Tipps im Internet und bundesweite Adressen
WARNUNG
Die folgenden Links enthalten in weiten Teilen "Eingemachtes". Die Redaktion will dies auf gar keinen Fall als Aufforderung zum Nachmachen verstanden wissen!
Die beste Droge ist immer noch der klare Kopf!
Also, Leute, lasst die Finger von dem Zeugs. Oder wollt Ihr so enden wie der Typ links?
ACmed
Eine ärztliche Auseinandersetzung über den Einsatz von Cannabis in der Medizin.
"Cannabis und die Cannabinoide"
"Cannabiszubereitungen werden seit Jahrtausenden als Heilmittel verwendet. Die aktiven Bestandteile der Hanfpflanze können auch heute bei einer Vielzahl schwerer Krankheitszustände genutzt werden. Allerdings sind die möglichen medizinischen Anwendungsmöglichkeiten natürlicher Cannabisprodukte oder einzelner pharmakologisch aktiver Bestandteile durch bestehende Gesetze und Vorschriften erheblich eingeschränkt."
Cannabislegal
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Eine Sammlung von Texten und Erlebnisberichten. Anbau- und Rauchtipps, Gesetze uvm. Mit Forum. Hanfmedizin
Über die Anwendung von Hanf in der Medizin. Texte, Erfahrungsaustausch u.m. Knast.Net
Was passiert hinter den Mauern? Eine ehrenamtliche Seite zu allen Aspekten des Strafvollzuges. Mit vielen Informationen, Foren (... auch für Angehörige) und mehr. Suchtzentrum Leipzig e.V.
Eine sehr informative Initiative aus dem Osten der Republik. THC-Net
Zahlreiche Infos zu einer Droge, die aus dem deutschen Rauschgeschehen eigentlich schon nicht mehr wegzudenken ist. Ritalin-Kritik
"... wie die Psychiatrie aus Deutschlands Kindern Drogensüchtige macht."