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Juni 2004 - Vom Ostufer und aller Welt
Die schnellste Akte der Welt
(29.6.2004) Zwei Jahre und drei Monate hat eine Akte des Kieler Amtes für Familie und Soziales gebraucht, um von der Aussenstelle in der Schulstraße in Kiel-Gaarden in die Holstenstraße zu gelangen. Geschätzte Luftlinie: maximal 900 Meter. Entspricht in etwa einer monatlichen Vorwärtsbewegung von 33,3 Metern, also pro Tag etwas mehr als einen Meter. Und auch, wenn der Weg um die Kieler Förde mit einberechnet wird: Die Zahlen bleiben peinlich. Wundert es eigentlich noch irgendwen - ausser vielleicht unsere Beamten - dass die Stadt Kiel immer mehr in einem Schuldensumpf versinkt? Es ist eben immer sehr viel leichter, die Schuld für leere Kassen auf Empfänger von Sozialhilfe zu schieben, als sich an die eigene Nase zu fassen.
Arbeitsmarktreform kann kaum eingehalten werden
(27.6.2004) Fordern und fördern, hieß es von Rot-Grün, als die große Arbeitsmarktreform aus der Taufe gehoben wurde. Den Langzeitarbeitslosen würden zwar drastisch die Leistungen gekürzt, aber auf der anderen Seite stehe auch ein gewaltiges Angebot: Ab Januar 2005 werde der Arbeitslose intensiv betreut, seine Chance auf einen Arbeitsplatz drastisch verbessert. Jetzt, kurz vor der voraussichtlichen Verabschiedung der Reform, wird klar: Der zweite Teil des gedachten Paktes zwischen Arbeitslosen und Regierung kann kaum eingehalten werden. Die Strukturen dafür werden nicht rechtzeitig geschaffen. Stattdessen purzeln unsinnige Vorschläge auf den Tisch, damit die politisch Beteiligten doch noch das Gesicht wahren.
Ziel ist, dass rund die Hälfte aller arbeitslosen Jugendlichen und ein Viertel der Erwachsenen auf jeden Fall "aktiviert" werden sollen, also Jobs oder Kurse bekommen, die den Weg in den Arbeitsmarkt ebnen. Das wird bei einem weiterhin stagnierenden Arbeitsmarkt und angesichts von überlastetem Personal in der Bundesagentur für Arbeit nicht gelingen. Deshalb sollen nun die kommunalen Beschäftigungsgesellschaften 340.000 Arbeitslose mehr aufnehmen. Wie die Kommunen das tun sollen, ohne das örtliche Handwerk in den Ruin zu konkurrieren, ist völlig unklar.
Wer diesen riesigen zweiten Arbeitsmarkt bezahlen soll? Ebenfalls Schweigen an der Politikerfront. Dass damit wenigstens Arbeitslose ins normale Erwerbsleben katapultiert werden, kann auch keiner garantieren. Aufgefallen ist der Politik nun offenbar auch, dass es sich bei den rund 500 000 Arbeitslosen, die zukünftig keine Leistungen mehr erhalten, keineswegs nur um Zahnarztgattinnen handelt – sondern um Menschen, die dringend Arbeit suchen. Ihnen sollen Weiterbildungen finanziert werden, so ein Vorschlag. Just auf diesem Feld spart die Bundesagentur jedoch rigoros und – wegen erwiesener Erfolglosigkeit – auch zu Recht.
Die diskutierten Vorschläge mögen alle nicht in Gänze umgesetzt werden. Sie zeigen aber deutlich die wachsende Panik bei Rot-Grün.
Denn der Erfolg der Regierung hängt entscheidend davon ab, ob der zweite Teil der Verabredung, das Fördern, gegenüber den Arbeitslosen eingehalten wird. Und das heißt nicht, diese Menschen in Maßnahmen abzudrängen, sondern sie vernünftig zu betreuen. Dafür müssen vorhandene Kapazitäten und Mittel effektiv eingesetzt werden und die Strukturen rasch geschaffen werden. Drei Millionen Menschen nicht nur ohne Geld, sondern auch ohne Chancen wären für jede Regierung ein untragbares Armutszeugnis.
Quelle: www.freeletter.de
2. Selenter Oldtimertreffen
(27.6.2004) Im Park der Selenter Blomenburg findet am 15. August das 2. Oldtimertreffen statt. Siehe Plakat rechts.
Versteckte Informationen in Word-Dokumenten
(24.6.2004) Microsoft Word ist eines der meistgenutzten Textverarbeitungsprogramme und auf vielen PCs installiert. Umso schwerer fällt ins Gewicht, dass in Word-Dokumenten viele Informationen versteckt sind, die Herkunft und Entstehungsgeschichte des Textes verraten. Dies kann für Firmen und Privatanwender ein hohes Sicherheitsrisiko darstellen. Vor allem dann, wenn die Dokumente per E-Mail verschickt oder im Internet veröffentlicht werden. Word fügt in jedes Dokument automatisch den Benutzer- und auch Firmennamen ein. Diese Informationen sind leicht zu finden.
Sie stehen in den "Dokumenteneigenschaften" und stammen aus den Angaben, die der Anwender bei der Word-/Office-Installation gemacht hat. Ebenfalls vermerkt Word, wer die Datei zuletzt gespeichert hat und wie oft sie geändert wurde.
Problematisch wird es, wenn beim Sichern der Daten die Funktion "Schnellspeicherung" aktiviert ist. In diesem Fall markiert Word Textabschnitte, die der Nutzer entfernt, als gelöscht, sie bleiben aber in der Datei enthalten. Das kann weitreichende Folgen haben. Etwa wenn das Dokument geänderte Geschäftszahlen oder kritische Anmerkungen enthält. Denn mit einem einfachen Text-Editor können Datenschnüffler die gelöschten Datensätze wieder sichtbar machen.
Ähnliches gilt für die Word-Funktion "Änderungen nachverfolgen" im Menü "Extras". Hier können alle Streichungen, Korrekturen und Änderungen eingesehen werden, wenn nach der letzten Bearbeitung die Bearbeitungshistorie nicht gelöscht wurde.
Wer seine Word-Dokumente weitergeben will, etwa per E-Mail oder Internet, sollte die Dateien zuvor einer Grundreinigung unterziehen.
Die einfachste Lösung ist, das Word-Dokument als RTF-Datei abzuspeichern. Damit verschwinden alle versteckten Informationen außer dem Benutzer- und Firmennamen. Allerdings muss dabei auf einige Word-Funktionen verzichtet werden. Wer dagegen für seine Dokumente lieber das Word-Format bevorzugt, sollte unter "Datei, Eigenschaften" auf der Registerkarte "Zusammenfassung" alle Daten aus den Eingabefeldern löschen und vor dem letzten Speichern die Option "Schnellspeicherung" deaktivieren. Einfacher geht dies mit dem englischsprachigen Programm Doc Scrubber 1.1 (821 Kilobyte), dass Privatanwender kostenlos unter www.docscrubber.com herunterladen können. Die Software kann nicht nur versteckte Informationen in Word-Dokumenten sichtbar machen, sondern sie auch entfernen.
Quelle: www.freeletter.de
Gift aus der Apotheke
(23.6.2004) Chinesische Heilkräutertees aus der Apotheke sind häufig mit Schwermetallen und Pestiziden verseucht. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace beruft sich dabei auf Analyseergebnisse eines Arztes aus Sulzheim, der Tees im Medizinischen Labor Bremen untersuchen ließ. Alle 80 getesteten chinesischen Tees waren - je nach Schadstoff - bis zu hundert Mal höher mit Schwermetallen und Pestiziden belastet als Vergleichsproben von Heil- und Wildpflanzen aus Deutschland und Amazonien. Unter anderem fanden sich Blei, DDT, Cadmium und das als Rattengift verwendete Schwermetall Thallium. Beispielsweise enthielt eine Rezeptur gegen Depressionen 621,1 Mikrogramm Cadmium - der deutsche Grenzwert liegt bei 200 Mikrogramm.
Der Allgemeinmediziner Rainer Pließ war misstrauisch geworden, nachdem eine schwangere Patientin nach Einnahme eines Heilkräutertees mit Pusteln und Hautrötungen bei ihm erschien. Daraufhin kaufte der oberfränkische Arzt, der selbst alternative Heilverfahren anwendet, in vier Apotheken Heilkräutermischungen aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und schickte sie ins MLHB. "Ich will die traditionelle chinesische Medizin nicht in Verruf bringen, sondern meine Patienten schützen", sagt Pließ und fordert, alle chinesischen Heilmittelpräparate aus dem Verkehr zu ziehen, bis nachgewiesen sei, dass sie unbelastet sind.
"Bis zu einem Viertel der Ware ist Ausschuss", räumt der Apotheker und Großhändler für chinesische Heilkräuter Eberhard Hilsdorf im Greenpeace Magazin ein. Seine Firma Herbasin lässt alle Chargen testen. Dabei werden regelmäßig Schimmelpilze und hohe Schadstoffbelastungen entdeckt. Manche der rund 2000 Arten von Samen, Wurzeln, Blättern und Extrakten aus China seien zeitweise nur verseucht zu haben. Die könne er dann nicht anbieten, sagt Hilsdorf.
Quelle: www.freeletter.de
Ein Gerücht und zwei gute Konzerte
(21.6.2004) Das Gerücht: Es ging um, dass an der "Kai-City" ein Eintrittsgeld in Höhe von 5 Euro genommen wird. Nicht ganz richtig. Den Eintritt nimmt nur die Halle 400 für eine Tageskarte. In der Halle steht die Bühne von delta radio. Ansonsten alles wie gehabt frei.
Die beiden Konzerte: Jan Fedder und Echoes
(21.6.2004) Das war eine Klasse für sich: Jan Fedder und die Big Balls auf der Bühne von Radio Nora. Lange nicht mehr sowas Gutes aus deutschen Landen gehört. Das war wie Eric Burdon in seinen besten Zeiten und noch viel besser. Denn das Repertoire der zehn Leute um Jan Fedder war sehr viel breitgefächerter als das der ehemaligen "War" - und irgendwie auch lebendiger. Rhythm´n´Blues und Rock, das hatte man von den Jungs und Mädels vom Hamburger Kiez nicht anders erwartet. Aber es gab noch mehr, wie zum Beispiel den "Kriminal-Tango" vom Hazy Osterwald Sextett, "17 Mann auf des Totenmannes Kiste", und auch "Liedgut" in Form eines Kinderliedes wurde zum Besten gegeben. Insgesamt waren die Songs ausgefeilt, die Texte steckten voller Witz, und ein gut mit Beck´s geschmierter Jan Fedder hatte das Publikum, das bis zum Wasser runter stand, im Handumdrehen auf seiner Seite. Nur die Anlage war, zumindest kurz vor der Bühne, ein wenig überfordert, die geballte Power von elf Leuten wurde mitunter zum übersteuert klingenden Klangbrei. Macht aber nix, war ein klasse Konzert, Wiedersehen macht Freude!
Das zweite Konzert, ebenfalls an der Kai-City am Sonntag: Es gehört schon einiges an Mut und Können dazu, die Songs einer der besten Bands der Welt zu covern. Als seit mehr als 30 Jahren eingefleischter Fan von Pink Floyd war ich dementsprechend skeptisch. Aber nur zehn Minuten, denn der Auftritt von Echoes aus Aschaffenburg war hörenswert und sehenswert. Die Jungs haben ihre Aufgabe sehr ernst genommen und bravourös gelöst. Da kam die fette Portion Spielfreude rüber. Das Publikum war begeistert, und auch die Echoes waren sichtlich zufrieden - ausser mit dem lausigen Kieler Wetter.
Auch dies eine Truppe, die ich mir sehr gerne nochmal anhören möchte - selbst nach viermal Pink Floyd live. Und eine sehr sehenswerte Webseite haben sie auch: www.echoes.de
Schon gemerkt?
(20.6.2004) Ich nicht. Am Montag, 2:49 MESZ ist Sommeranfang. Oder anders ausgedrückt: Die Sonne geht in das Sternzeichen Krebs. Die Sonne steht auf dem Wendekreis des Krebses, Sommer-Solstitium, kürzeste Nacht des Jahres. Und das Wetter? Hat von alldem nichts bemerkt.
Gaardener dürfen laufen ...
(18.6.2004) Ein Schildbürgerstreich? Sie hat Millionen mehr gekostet als geplant, und sie sollte Gaarden mehr Einkäufer vom Westufer bringen. Dieses Versprechen hat sie nicht gehalten, und aushalten kann sie offenbar auch nichts: Unsere geliebte Klappbrücke. Während der Kieler Woche ist auf ihr "Einbahnstraße". Wer aus der Stadt kommt und zu Fuß nach Hause möchte, der muss um die Hörn herumlaufen, denn eine Woche geht es nur von Ost nach West, aber nicht umgekehrt. Ob diese Regelung täglich um 18:00 oder um 19:00 in Kraft tritt, darüber streiten sich die verschiedenen Quellen. Na, dann lauft mal schön. Oder bleibt gleich auf dem Ostufer. Die besten Bands scheinen sowieso auf dem Gelände der "Gaardener Sahara" zu spielen. Meine Favoriten: Jan Fedder (Sonntag 19:00 Uhr an der Mini-Hörn) und, selber Tag, 23:00 Uhr, Halle 400: H-BlockX.
Gesucht: Deutschlands überflüssigste Verordnung
(15.6.2004) Gesetze, Verordnungen, Vorschriften, Ausführungsbestimmungen: Davon gibt es in Deutschland mehr als genug. Und es werden täglich mehr.
Trotz gegenteiliger Beteuerungen aus der Politik scheinen Regulierungswut und bürokratische Kapriolen kaum einer Beschränkung zu unterliegen. Alles ist geregelt, nach Sinn und Effizienz fragt schon lange niemand mehr. Frontal21 berichtet immer wieder darüber.
Von unkomplizierten, klaren und überschaubaren Regelungen ist man hier zu Lande noch immer weit entfernt. Der Einzelne ist dem Paragraphen-Dschungel dabei hilflos ausgeliefert, zumal das so genannte Amts-Deutsch in Gesetzen und Vorschriften oft als kaum verständliches Kauderwelsch daherkommt.
Frontal21 sucht die blödsinnigste und ärgerlichste Verordnung Deutschlands. Schreiben Sie uns, wenn der Amtsschimmel bei Ihnen kräftig gewiehert hat. Schicken Sie uns die absurdesten Beispiele deutschen Vorschriftenwahnsinns. Aus Ihren Vorschlägen suchen wir einen aus und berichten darüber als Beitrag in Frontal21.
Einsendeschluss ist der 9. Juli 2004.
So erreichen Sie uns:
Per E-Mail: frontal21@zdf.de
Oder per Briefpost:
ZDF, Redaktion Frontal21, Unter den Linden 36-38, 10117 Berlin
Wir freuen uns auf Ihre Einsendungen.
(Quelle: frontal21-newsletter vom 15.6.2003)
Kommentar zur Wahl in Thüringen
(12.6.2004) Menschen, die nicht rechnen können, gehören in die Grundschule. Menschen, die unter Realitätsverlust leiden, landen schlimmstenfalls in der Klappsmühle. Für Politiker wurde ein eigener Tummelplatz für vom Schicksal Benachteiligte geschaffen: Die dürfen ins Fernsehen. Alle paar Jahre ist es besonders schlimm. Wenn Wahlen sind, dann trifft sich dort eine geballte Ansammlung von Lügnern, Versagern und wirklichkeitsfremden Gestalten, die hundertfach den gleichen, austauschbaren Unfug von sich geben. So auch wider zur Wahl am Sonntag.
Fangen wir mit der CDU an. Die stellen sich als die großen Gewinner dar, allen voran die Parteispitze. Wenn es im Kopf nicht geht, wie wäre es mit einem Taschenrechner? Die CDU hat gleich doppelt verloren, relativ und absolut. Relativ hat sie noch mehr Wähler verloren als die SPD. Absolut haben durch die Wahlbeteiligung von 40% fast alle Parteien verloren. In Thüringen schlägt jetzt die Demokratie voll zu. Die CDU vereinigte nicht ganz die Hälfte der Wählerstimmen auf sich, bei der gegebenen Wahlbeteiligung regiert jetzt eine Haufen, der von nicht einmal einem Fünftel der Menschen gewählt wurde. Mit was für einem Recht macht diese Partei den Mund überhaupt noch auf?
Die SPD: Schon lange durch ihre Unfähigkeit vollkommen indiskutabel, jedes noch verbliebene Parteimitglied mit einem Rest von sozialdemokratischem Anstand sollte diese Partei schnellstens verlassen - oder die gesamte Parteispitze endlich zum Teufel jagen.
Bleiben nur noch die wirklichen Gewinner, und das waren die Leute von der PDS. Was ist das für ein Staat, in dem so viele Menschen eine Partei wählen, in der es immer noch einen Bestand an Gestalten gibt, die einer menschenverachtenden Diktatur nachtrauern?
Fazit: Die Wahlbeteiligung spricht für sich. Die Deutschen sprechen allen Parteien jedwede Kompetenz zur Führung eines Staates ab. Die Parteien - ALLE Parteien - haben diesen Staat in den Ruin geführt, die SPD ist dabei, Zustände zu schaffen, die ins Deutschland des 19. Jahrhunderts, noch vor die Gründung der SPD gehören. Politiker sind die willenlosen Marionetten einer raffgierigen Großindustrie, die macht was sie will, die den Staat in frühkapitalistische Zustände treibt und ihre Umtriebe auf dem Rücken einer immer weiter verarmenden Bevölkerung austobt.
Der Parteienklüngel ist den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht gewachsen. Dieser ganze geldverschwendende Haufen von inkompetenten Schwätzern gehört in die Mottenkiste der Geschichte. Es wird Zeit, über eine Regierungsform nachzudenken, die allen dient und nicht nur den Zwecken machtgieriger Versager.
Tumulte bei NPD-Veranstaltung
(12.6.2004) Es regnete Eier und Tomaten, es kam zu mehrfachen Tumulten und handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen einigen hundert Gaardenern und der Polizei. Heute mittag im Karlstal in Kiel-Gaarden: Mitglieder der NPD hatten dort einen Info-Stand zur Europawahl aufgebaut. Die Aktion endete in einem Debakel für die NPD, die Polizei zog mehrfach gegen eine aufgebrachte Menge den Kürzeren, Tränengas kam zum Einsatz.
Es war wohl eher Dummheit als Mut seitens der NPD, ausgerechnet in Kiel-Gaarden einen Info-Stand zur Europawahl aufzubauen. Wie weiland die Nazis als letztes Aufgebot die Hitlerjugend in den Tod geschickt haben, so bestand auch dieses Aufgebot aus einer kleinen Gruppe Neumünsteraner Kinder, die der Angelegenheit absolut nicht gewachsen waren. Als eine empörte bis wütende Ansammlung von mehreren hundert GaardenerInnen ihren Stand immer enger einkreisten und es schliesslich auch mehrfach zu Handgreiflichkeiten mit der Polizei kam, schlotterten die Bengel vor Angst. Was ist das für eine Partei, deren Kandidaten zu feige sind, selbst auf die Straße zu gehen und ein paar unreife Jugendliche vorschickt? Und was für einen bemitleidenswerten Geisteszustand haben diejenigen, die sich das gefallen lassen?
Von vorne. Sonnabend gegen 11:30 vor Sky im Karlstal: Dort steht besagter Kindergarten, um Wahlpropaganda für die NPD zu machen. Um sie herum sieben VW-Busse der Polizei, cirka drei Dutzend mit Waffen, Schlagstöcken, Helmen und Schilden gerüstete Polizisten sind stundenlang im Einsatz. Das freut den Steuerzahler, und auch die Kriminellen konnten in dieser Zeit ein wenig entspannter ihren Geschäften nachgehen. Etwa 50 Meter entfernt in Richtung Vinetaplatz ein vorerst kleines Grüppchen von Gegendemonstranten, das von einer Polizeikette daran gehindert wird, weiter zu den Neo-Nazis vorzudringen. Gegen 12:00 bleiben die ersten Passanten stehen, erst ein paar, schnell ist das Dutzend voll, zuguterletzt stehen in der Elisabethstraße und im Karlstal einige hundert Leute. Deren Missmut ist deutlich zu spüren, oder besser deutlich zu hören. Am Megaphon der Neo-Nazis versucht sich immer wieder ein kleiner Nachwuchs-Goebbels. Absolut chancenlos, bei jedem Wort wird er von den lauten Stimmen der wütenden Gaardener niedergebrüllt.
Die verärgerten Gaardener rücken vor. Bisher standen sie auf dem Gehweg, nun wird auch die Straße besetzt, die Polizei zieht den Igel-Ring um die NPDler enger, Verstärkung rückt an. Die ersten Eier und Tomaten fliegen, auch aus den umliegenden Häusern fliegen mit Wasser gefüllte Luftballons auf den Stand der Neo-Nazis. Jeder Wurf wird mit tosendem Beifall bedacht. Nachschub war genügend vorhanden, denn wenige Meter weiter war Wochenmarkt. Die meisten der Polizisten sehen die Angelegenheit trotz Tomatenregen sehr gelassen, sie lächeln. Einige andere glauben, einen der Tomatenwerfer dingfest machen zu müssen. Die Aktion geht gründlich in die Hose. Zwei, drei und noch ein paar Polizisten stürmen los, jagen den vermeintlichen Werfer einmal über das Karlstal. Mehrere Dutzend Gaardener eilen zur Hilfe. Ob der Verfolgte befreit werden konnte oder entkommen ist, war nicht zu sehen. Zu hören war nur der Jubel der Gaardener, als die Polizei sich erfolglos zurückziehen musste. Die Situation eskaliert weiter, Polizei und Gaardener stehen sich Auge in Auge gegenüber, es kommt zu Rangeleien und Handgreiflichkeiten. Die Polizei setzt ihre Helme auf, die Schilde werden in Bereitschaft gehalten.
Die NPDler proben mittlerweile die Angsthasen-Formation, haben sich so eng wie möglich zusammengerottet. Einige schlottern vor Angst deutlich sichtbar am ganzen Körper. Auch der Ring der Polizei wird immer enger, von allen Seiten von Gaardenern umschlossen. Schliesslich geben die Neo-Nazis auf. Wiederum auf Kosten der Steuerzahler werden die Pimpfe abgefahren - in zwei Wagen der Polizei. Sehr nette Behandlung. Als wir einen Tag vorher die Polizei benötigt haben, konnten wir nicht beobachten, dass sie auch gekommen ist - wie schon öfter.
Während des Abtransportes der NPD-Pimpfe kommt es wieder zu Handgreiflichkeiten. Tränengas wird eingesetzt. Und so dosiert, dass sich einige unbeteiligte Passanten bestimmt dafür bedanken. Noch eine Treibjagd wird veranstaltet, wie gehabt einige Polizisten die Elisabethstraße rauf, einige Dutzend Gaardener hinterher. Auch diese Aktion wenig erfolgreich, ein Polizist wird so schwer am Kopf verletzt, dass er mit Blaulicht abgefahren werden muss. Nach einem wilden Gehoppel über das Karlstal macht man schliesslich doch noch Beute, ein 50-Kilo-Wicht wird von drei Polizisten auf den Asphalt gedrückt. Insgesamt war die Polizei gut beraten, sich weitgehend an ihre Igel-Formation zu halten. Die Gewaltbereitschaft hing in einer derartig großen Portion in der Luft, dass die Staatsdiener bei einer ernsthaften Auseinandersetzung garantiert den Kürzeren gezogen hätten.
Ob man dieses aggressive Verhalten gutheissen soll, sei dahingestellt. Aber wir haben den Neo-Nazis gezeigt, dass sie hier - und auch anderswo - absolut nicht willkommen sind. Und das ist gut so. Nazis raus! Und wer sich auf geistige Ziehväter beruft, die den Tod von Millionen Menschen verursacht haben, der muss sich über ein paar Tomaten nicht wundern. Vor allem dann nicht, wenn er sich Menschen gegenüber sieht, die vielfach - ob in der Türkei oder in Afrika - zum Teil jahrelang auf der Flucht vor Terror, Folter und Verfolgung waren. Und die dementsprechend traumatisiert sind.
Möge es auch denjenigen eine Lehre sein, die solche Stände genehmigen. Der Platz vor Sky ist nicht gerade erst von Alkies und Junkies freigeräumt worden, um ihn gleich darauf mit Neo-Nazis wieder zu belegen. Eigentlich hätte die Stadt Kiel den Stand an dieser Stelle niemals genehmigen dürfen. Seit kurzem ist die Fläche eine Sondernutzungsfläche der Firma Coop, also eigentlich so etwas wie ein Privatgrundstück. Stadt Kiel: Eine linke und eine rechte Hand, und dazwischen jede Menge Hohlraum?
Auch die Polizei weiss offenbar überhaupt nicht, was passiert ist. Sie widerspricht sich in ihrem Bericht innerhalb von zwei Sätzen. Von "massivem Einsatz" ist die Rede. Gegen 15 Personen? Hüstel ... Im ersten Absatz des Polizeiberichtes ist von einem Schwerverletzten die Rede, im dritten Absatz wurden dann nur noch zwei Polizisten leicht verletzt. Was denn nun? Laufen konnte der "Schwerverletzte" zumindest noch. Laut Polizei wurde der Schuldige verhaftet. Die dpa berichtet, dass der Verursacher unbekannt ist.
Was Polizei und Presse ebenfalls verschweigen: Hier waren nicht irgendwelche "Chaoten" am Werk, sondern ein bunter Durchschnitt der Gaardener Bevölkerung: Alte, Junge, Deutsche und ausländische MitbürgerInnen.
Gerne hätte ich noch weitere Photos gebracht. Aber mir wurde in ziemlich rüder Weise - meiner Meinung nach absolut rechtswidrig - das Photographieren untersagt. Und das in einem Ton, der weit jenseits sogar schlechter Manieren lag. Eine derartige Rüpelhaftigkeit gehört für mich in ganz andere Zeiten, für Angestellte eines Rechtsstaates und zivilisierte Menschen ist sie absolut unangemessen. "Deutsche Polizisten schützen die Faschisten", so wurde skandiert. Bei zumindest zwei Polizisten konnte ich mich des mehr als anfänglichen Verdachtes nicht erwehren, dass Nazis hier mehr als nur geschützt wurden.
Der Rest vom Schützenfest

Gaarden jubelt: Die Nazis ziehen ab.
Benefiz-Spiel: TuS Gaarden - TSV Bordesholm
(11.6.2004) Am Freitag, den 23. Juli 2004, tragen die Ligamannschaften der TuS Gaarden (Bezirksoberliga) und des TSV Bordesholm (Verbandsliga) ein Benefiz-Fußballspiel zugunsten des Bundesverbandes Williams-Beuren-Syndrom e.V. aus. Das Spiel findet auf dem Platz der TuS Gaarden, der Baukampfbahn in Kiel-Gaarden, Röntgenstraße 5, statt, Anstoß ist um 19.00 Uhr. Die Schirmherrschaft hat freundlicherweise Ministerpräsidentin Heide Simonis übernommen.
Zum Williams-Beuren-Syndrom:
Das Williams-Beuren-Syndrom ist eine recht seltene Krankheit von Geburt an, die dazu führt, dass der Betroffene mindestens zu 80% als behindert anerkannt ist und in einer beschützenden Werkstatt arbeiten muß. Hilfe und Unterstützung für die Kranken und die betroffenen Eltern bietet der WBS-Bundesverband, der seinen Sitz in 23795 Fahrenkrug bei Bad Segeberg hat und aus einer Eltern-Selbsthilfegruppe hervorgegangen ist. Ein wissenschaftlicher Beirat, dem auch Ärzte der Universitätskinderklinik Kiel angehören und dessen Mitglieder sich sehr engagiert einsetzen, erarbeitet Therapien und erforscht die Krankheit. In Deutschland sind etwa 500 Erkrankte bekannt. Weitere Informationen über den Verband und die Krankheit gibt es im Internet unter der Adresse www.w-b-s.de.
Verdummen unsere Kinder?
(11.6.2004) Eine WWF-Studie fasst neue wissenschaftliche Untersuchungen zusammen, die zeigen, dass synthetische chemische Substanzen die Intelligenz von Kindern beeinträchtigen. Die Erkenntnisse offenbaren in erschreckender Weise, dass Chemikalien, denen wir alle ausgesetzt sind, die Gehirnentwicklung und Motorik von Kindern schädigen können, und zwar schon in Konzentrationen, die bereits im menschlichen Blut nachgewiesen wurden.
Beobachtete Auswirkungen von chemischen Substanzen auf die Gehirnentwicklung von Kindern weltweit sind beispielsweise eine geringere Gedächtnisleistung, verminderte visuelle Wahrnehmung, weniger entwickelte Bewegungsfähigkeit, sowie geringere Intelligenzquotienten. Zusätzlich steigt die Zahl von Störungen wie das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) und Autismus an und Chemikalien geraten mehr und mehr in Verdacht, auch hierbei eine Rolle zu spielen. Ein Wissenschaftlergremium aus den USA hat geschätzt, dass 10% aller neurologischen Verhaltensstörungen vollständig oder teilweise von Chemikalien verursacht sind.
Chemikalien mit neurotoxischen Effekten sind z.B. die mittlerweile in vielen Ländern verbotenen polychlorierten Biphenyle (PCB), und die noch vielfach eingesetzten bromierten Flammschutzmittel, die sich in Videos, Fernsehern, Computern, Polsterbezügen, Autositzen und Möbeln befinden. Aus der Studie geht auch hervor, dass 70% der meistgenutzten Chemikalien bisher nicht oder nur unzureichend auf ihre Effekte auf Gehirn und Nervensystem getestet wurden. Sie bergen daher ein unbekanntes Risiko für die kindliche Entwicklung.
"Selbst in Fällen, in denen es Alternativen gibt, versäumt es die herrschende Gesetzgebung bisher, gefährliche Chemikalien aus dem Verkehr zu ziehen. Wenn es um die geistige Entwicklungsfähigkeit der nachfolgenden Generationen geht, müssen wir die Warnsignale ernst nehmen und unbedingt vorsorglich handeln", sagt Dr. Ninja Reineke, Chemikalienexpertin des WWF. "Geradezu einäugig wird die Diskussion über die EU-Chemikalienpolitik geführt, in der nur mit den Kosten für die Chemieindustrie argumentiert wird. Ob das der Weg zu intelligenten Innovationen ist?"
Quelle: www.freeletter.de
Kinderspaß auf dem Ostufer
(5.6.2004) Eine ganze Woche Spiel, Spaß und Sport gibt es für die Kinder der Ostufer-Stadtteile. Verschiedene Veranstalter und Sponsoren bieten eine ganze Woche lang Attraktionen für Kinder, jeden Tag in einem anderen Stadtteil. Los geht die Geschichte jeden Tag um 15 Uhr.
Montag, 7. Juni - Wasseraction
Boote, Kanus, Dampferfahrt, Hüpfburg, Kindertaxi
Bootsverleih Kühl an der alten Schwentinebrücke in Neumühlen
Dienstag, 8. Juni - Spiel und Spaß für Jung und Alt
Hüpfburg, Caféteria, Kindertaxi, Spielaktionen, Kletterwand, Tanzvorführungen
Kinder- und Jugendhaus Ellerbek, Hangstraße 59
Mittwoch, 9. Juni - Buntes Spielefest
Hüpfburg, Kindertaxi, Torwandschiessen, Spiele und Spaß, Polizeimotorrad
Treffpunkt Poppenrade, Ellerbek
Donnerstag, 10. Juni - Sport und Action
Fußballturnier, Torwand, Hüpfburg, Kindertaxi
Bolzplatz am Masurenring, Dietrichsdorf
Freitag, 11. Juni - Badespaß am Tag der Offenen Tür
Aktionen mit Hüpfburg, Kindertaxi, Kinderdisco im Zirkuszelt, Wasserspiele
Freibad Katzheide, Von-der-Gröbenstraße, Gaarden
Toter bei Verkehrsunfall
(4.6.2004) Gleich doppelte Unaufmerksamkeit kostete einen Motorradfahrer aus Hannover das Leben. Am Donnerstag gegen 16:50 überfuhr er am Gaardener Werftkreisel eine rote Ampel und preschte ausserdem an einem Auto vorbei, das dort wartete. Auf der Kreuzung stieß der Motorradfahrer frontal mit einem Bus der KVG zusammen. Trotz der Notbremsung des Busfahrers wurde er noch 15 Meter mitgeschleift. Der 52jährige verstarb im Krankenhaus.
Juni 2004 - Internet und Technik
Verstümmelte Musik-Downloads zu horrendem Preis bei T-Mobile
(30.6.2004) Bereits im Juli 2004 will nach O2 auch T-Mobile einen Musik-Download-Dienst für Handys anbieten. Das derzeit geplante Preis-Leistungs-Verhältnis dürfte allerdings wohl nur sehr wenige Kunden dazu bringen, von unterwegs neue Songs auf das Mobiltelefon zu laden.
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Knoppix 3.6 erhält freien NX-Server
(25.6.2004) Kurt Pfeifle und Fabian Franz haben auf dem LinuxTag 2004 in Karlsruhe einen Ausblick auf die kommende Version von Knoppix 3.6 gegeben. Die neue Version soll mit einer freien NX-Server-Implementierung ausgeliefert werden. Die Technik verspricht einen effizienten Fernzugriff auf Applikations- und Terminal-Server auch bei langsamen Leitungen.
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Bericht: Microsoft setzt verstärkt auf Open Source
(25.6.2004) Microsoft will künftig mehr Programme als Open Source veröffentlichen, das berichtet der Seattle-Post Intelligencer. Erste Erfahrungen sammelte Microsoft mit dem Windows Installer XML (WiX), der unter IBMs Common Public License (CPL) veröffentlicht wurde.
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Spieletest: Trackmania - Rennstrecken-Baukasten für PC
(25.6.2004) Rennspiele gibt es zwar mehr als genug, mit wirklichen spielerischen Innovationen können aber nur die wenigsten Titel aufwarten. Das französische Entwicklerteam von Nadeo hat es mit Trackmania allerdings geschafft, viel Abwechslung in den Raser-Alltag zu bringen: Anstatt einfach auf vorgefertigten Kursen seine Runden zu drehen, kann hier selbst Hand an die Strecken angelegt werden.
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Knoppix 3.6 erhält freien NX-Server
(25.6.2004) Kurt Pfeifle und Fabian Franz haben auf dem LinuxTag 2004 in Karlsruhe einen Ausblick auf die kommende Version von Knoppix 3.6 gegeben. Die neue Version soll mit einer freien NX-Server-Implementierung ausgeliefert werden. Die Technik verspricht einen effizienten Fernzugriff auf Applikations- und Terminal-Server auch bei langsamen Leitungen.
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Bericht: Microsoft setzt verstärkt auf Open Source
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Spieletest: Trackmania - Rennstrecken-Baukasten für PC
(25.6.2004) Rennspiele gibt es zwar mehr als genug, mit wirklichen spielerischen Innovationen können aber nur die wenigsten Titel aufwarten. Das französische Entwicklerteam von Nadeo hat es mit Trackmania allerdings geschafft, viel Abwechslung in den Raser-Alltag zu bringen: Anstatt einfach auf vorgefertigten Kursen seine Runden zu drehen, kann hier selbst Hand an die Strecken angelegt werden.
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