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Das Archiv - März / April 2003
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Mai 2003


Volksfürsorge - Neueröffnung
(29.5.2003) Am Montag, den 2. Juni eröffnet Diplomökonom Kai Donner in der Kaiserstraße 27b zwischen Kieler Straße und Jägerstraße ein Beratungsbüro der Volksfürsorge.

Ochse der Woche:
Aktive Parkplatzvernichtung


 Volldepp
(27.5.2003) Führerschein auf´m Jahrmarkt gemacht, oder wie?
Gesehen in der Wikingerstraße.

Ein heisses Thema: Die "Gaarden-Scouts"


(22.5.2003) Ein tiefer Riss geht durch Gaarden. In diesen Tagen sollen die "Gaarden-Scouts" ihren Dienst antreten, eine ganze zwei Mann starke Truppe, die gegen "Alltagsverstöße" vorgehen soll. Die einen wünschen sie schon jetzt zum Teufel. Die anderen sagen: "Na endlich!".
Die einen, das sind nicht nur die Rabauken und kleinen Sünder, gegen die diese Truppe vorgehen soll. Diese Gaardener schieben einen gewaltigen Berg aus Enttäuschung, Frust und Ohnmacht gegenüber staatlichen Organen und Politik vor sich her. Sie lehnen jede Art von noch mehr Obrigkeit und "Bespitzelung" ab.
Die anderen, das sind vor allem alteingesessene Gaardenerinnen und Gaardener aller Nationalitäten, die den Niedergang ihres Stadtteils mit ansehen müssen und die befürchten, dass ihre einstmals schöne Heimat zum verdreckten, kriminellen Slum verkommt.
Das Paradoxe: Eines vereint beide Gruppen, nämlich die (scheinbare?) Hilflosigkeit gegenüber den augenblicklichen Verhältnissen.
Dazu haben wir eine Umfrage installiert: "Sollen die "Scouts" auf Streife gehen?".

Unsere Umfrage:

Sollen die "Scouts" in Gaarden Streife laufen?
Das Ergebnis:
Ja, ich bin dafür: 35,0 %
Nein, ich bin dagegen: 62,5 %
Egal, keine Meinung: 2,5 %
 

Aufruf zum Boykott


 Boykottiert US-amerikanische Waren! (6.5.2003) 25% der weltweiten Umweltverschmutzung gehen auf das Konto der USA. Viele US-amerikanische Filme sind von einer beispiellosen Dümmlichkeit und Gewaltverherrlichung geprägt. Indianer, Sklaven, Korea, Vietnam, Somalia, Afghanistan, der Irak und andere: Zeit seines Bestehens zieht der US-amerikanische Staat eine breite Blutspur hinter sich her. Und wird dabei immer verlogener und immer dreister, schert sich einen Dreck um Menschenwürde und Völkerrecht.
Wer sich den Drecksfraß von MacDoof, Würger-King und anderen reinzeiht, kann sowieso nicht alle Latten im Zaun haben. Dennoch wird hier die Volksgesundheit angegriffen, und das geht zu unser aller Lasten.
Immer mehr Menschen fühlen sich ohnmächtig gegenüber der selbstherrlichen Barbarei der US-Amerikaner. Aber sind wir wirklich so hilflos? Nein! Packen wir die Verantwortlichen da, wo es ihnen am Meisten weh tut, nämlich an ihrem Geldbeutel. Boykottiert US-amerikanische Waren! Dies fordern www.gaarden.info und diverse andere, die wir hier vorstellen wollen. Auf den nachfolgenden Seiten finden sich zudem Listen von Artikeln, die Firmen aus den USA produzieren und/oder verkaufen. Und dazu Listen, was sich als Alternative anbietet.
www.usa-boykott.de
www.kaktus-magazin.com (Button oben rechts)
www.muslim-markt.de Auf dieser Seite findet sich eine muslimische Sicht der Dinge.

"Ratschlag" - Artikel I zum Thema "Gaarden-Scouts"


(22.5.2003) Gaarden bekommt seine Scouts. Zwei Menschen, die im Schnellkurs ein wenig in allem und nichts ausgebildet wurden und nun täglich durch den Stadtteil laufen sollen, um nach den Rechten zu sehen. Fragt sich nur, was das soll und wer die beiden ernst nehmen wird. Auf jeden Fall: Die Leute, die so etwas in der Ratsversammlung beschlossen haben, sind es nicht. Es ist schon bezeichnend: Ein halbes Jahr Vorbereitungszeit, dann ein Beschluss, das Pilotprojekt zwar zu starten, aber nach Abschluss auf keinen Fall "in der bisherigen Form" fortzusetzen.
Die etablierten Politiker simulieren Politik. Mit den Problemen im Stadtteil hat das alles nicht das geringste zu tun. Auch die ganze Debatte nicht, die Gaardens Zerfall und Abstieg auf ein polizeiliches und Ordnungsproblem reduzieren will. Deutlich wird an der Vorführung im Rathaus vor allem, dass es nicht um die Menschen im Stadtteil geht, sondern nur noch darum, wie man ein ausuferndes soziales Problem nicht ganz aus dem Ruder laufen lässt.
Die Gaardener sind in diesem recht hilflosen Diskurs nur Objekte. Entsprechend haben sie es ja auch vorgezogen, bei den letzten Kommunalwahlen zuhause zu bleiben, sofern diese grandiose Demokratie ihnen überhaupt das Wahlrecht zugesteht. Man sucht nicht einmal das Gespräch mit den Bewohnern des Stadtteils. Bestenfalls werden die Ängste eines Teils der älteren Bevölkerung vor Veränderungen, sozialem Verfall und steigender Kriminalität (zumindest der "gefühlten", denn die Statistik spricht ja oft eine andere Sprache) für einen aggressiven Populismus ausgebeutet, der lauthals nach mehr Uniformen und Knüppeln schreit, nach drakonischen Strafen für Sprayer und ähnlichem. Natürlich wird all das nichts an den Schließungen der Geschäfte ändern, der Vernachlässigung vieler Wohnhäuser, der vollkommen unzureichenden Straßenreinigung und der grassierenden Armut im Stadtteil. Aber man hat sich selbst ein wenig beruhigt und vielleicht mit ein wenig Stimmungsmache vom Kern des Problems abgelenkt.
Die Frage ist allerdings, wo die Lösung zu suchen ist. Generell wird es wohl nicht ohne erhebliche Mittel von außen gehen. Wo die allerdings herkommen sollen, oder vielmehr: Wie die erkämpft werden könnten, ist alles andere als ein triviale Frage. Vielleicht müsste ein sozialer Kiez-Ratschlag darüber beraten und zugleich auch die Frage klären, was man denn in der (langen) Zwischenzeit macht, bis solche Forderungen durchgesetzt wären. (wop)

Ratssplitter - Artikel II zum Thema "Gaarden-Scouts"


(Aus der Ratsversammlung vom 15.5.) Kurz nach Redaktionsschluss wurden sie losgeschickt, die "Gaarden-Scouts", die nun dafür sorgen sollen, dass in Gaarden nicht mehr die Bürgersteige vollgeschissen und von Autos zugeparkt werden. Und für manches Mehr, wenn man den Bewfürwortern bei der SPD und im Ortsausschuss glauben mag. Aber vermutlich werden die zwei "sorgfältig ausgewählte neue Mitarbeiter", bestenfalls sinnlos durch die Gegend laufen.
Schlimmstenfalls werden sie zu einer Art Hilfssheriffs.
CDU und Grüne wollten jedoch lieber gleich einen richtigen "Ordnungsdienst" und brachten auf der Mai-Ratssitzung einen entsprechenden Antrag ein. Der sah vor, dass das Scout-Projekt "nach der Pilotphase in der bisherigen Form nicht weitergeführt wird." Stattdessen wird die Verwaltung beauftragt ein Konzept für besagten "Ordnungsdienst" vorzulegen. Wörtlich: "Folgende Eckpunkte sind dabei zu beachten: Der Ordnungsdienst bekämpft Alltagsverstöße aller Art. Beispiel:
  • Verschmutzungen, Einhalten sämtlicher Vorschriften im Zusammenhang mit Hundehaltung, Beachtung der Jugendschutzvorschriften, Streu- und Räumpflicht, Schonung der Grünanlagen, Freihaltung von Rettungswegen etc.
  • Die MitarbeiterInnen des Ordnungsdienstes sind uniformiert.
  • Die MitarbeiterInnen des Ordnungsdienstes sind unbewaffnet, sind aber zur Selbstverteidigung mit Pfefferspray ausgestattet.
  • Die potentiellen MitarbeiterInnen des Ordnungsdienstes erhalten eine notwendige Ausbildung für die vorgesehenen Aufgaben.
  • Die MitarbeiterInnen sind mit einem Mobiltelefon ausgestattet, um schnellen Kontakt zur Polizei zu gewährleisten. Gemeinsame Streifen mit der Polizei sind zu prüfen."
(Man beachte den radikalen Fortschritt, mit dem die Grünen die CDU dazu brachten, das große I zu schlucken, dafür nimmt man schon in Kauf, dass es mit der Logik der Formulierung nicht immer klappt.) Nach langem Hin-und-Her, in dem die Probleme und Sorgen der Gaardener nicht einmal am Rande vorkamen, war man sich schließlich einig, dass man sich im wesentlichen einig war. Die SPD war nur ein bisschen beleidigt, dass CDU und Grüne für den Ordnungsdienst keine Sozialhilfeempfänger einstellen wollen und merkte nicht zu Unrecht an, dass ein Pilotprojekt, von dem es schon vor Beginn heißt, dass es nicht fortgeführt werden wird, nicht viel Sinn macht. Folglich enthielt man sich der Stimme. (wop)

Beide Texte sind aus der LinX 11/2003 vom 24. Mai

Was meinen andere GaardenerInnen zu diesem Thema? Wir sind gerne bereit, hier noch andere, auch gegensätzliche Artikel zu veröffentlichen.
Für Meinungen haben wir auch noch unser FORUM: "Dreck ohne Ende"

Brunnenfest wieder trockengelegt? Nix da!


(20.5.2003) Die letzten guten Geister scheinen Gaarden doch noch nicht verlassen zu haben! Wie wir soeben erfahren haben, haben sich die Initiatoren am gestrigen Montagabend zusammengerauft und das Brunnenfest am Leben erhalten. Dies findet nun wie geplant vom 5.- 7. September auf dem Vinetaplatz und in der angrenzenden Umgebung statt.
Die zu bewältigenden Schwierigkeiten waren nicht nur finanzieller Natur. Wie wir berichtet haben, hat die Stadt Kiel die finanziellen Zuschüsse gestrichen. Dies war nicht der einzige städtische Stolperstein: Ein Verantwortlicher erzählte, dass bei der letzten Veranstaltung sogar die nötigen Verkehrsschilder eigenhändig abgebaut werden mussten.
Gaarden bedankt sich bei der Stadt für soviel Unterstützung. Wie auch immer: Die Fete findet statt, wie freuen uns erstmal einfach nur und berichten demnächst mehr.

Anstiftung zu Straftaten?


(20.5.2003) Die junge Dame sah nicht gerade aus, als müsste sie am Hungertuch nagen: Lederjacke, Sonnenbrille vom Designer, und auch der Schmuck war mit Sicherheit nicht aus dem Kaugummi-Automaten. Tipps zum Geldsparen sollten es sein, die das sat.1-Magazin "blitz" uns da mit auf den Weg geben wollte.
So ging die junge Dame in ein Hotel, bediente sich - natürlich ohne zu zahlen - am Frühstücks-Buffet, was 12.00 Euro sparen sollte. In einem Bus schnorrte sie sich durch, in einem Café durften einige dümmlich wirkende Herren die Zeche dieses Früchtchens bezahlen, und, und und.
Zum Glück wurde ihr wenigstens von einigen Geschäftsleuten deutlich die rote Karte gezeigt. Wir meinen: Das ist nicht nur Betrug und Zechprellerei, wer derartiges im TV ausstrahlt, stiftet auch zu Straftaten an. Und alle ehrlichen Leute dürfen dann dafür blechen.
Geradezu verhöhnend muss ein derartiges Verhalten auf diejenigen wirken, die sich mit Müh und Not und der Unterstützung karitativer Organisationen am Leben erhalten.
Rote Karte für sat.1!

´Ne Menge Knete


(18.5.2003) ... nämlich genau 186.000 Euro sind aus europäischen Säckeln dieser Tage Richtung Kiel geflossen. Und sollen Richtung Gaarden weiterfliessen. Das Geld soll speziell dazu benutzt werden, um in Zusammenarbeit mit Maklern für eine bessere Vermietung von leerstehenden Gaardener Geschäften zu sorgen.
186.000 Euro ????? Na, da werden wir mal eine genaue Zählung der zu vermietenden Geschäftsflächen durchführen. Und sehen, ob sich was verändert. Und, liebe GaardenerInnen und Gaardener, das ist versprochen: Wir werden ein genaues Auge darauf haben, wo dieses Geld versickert ... äähhh bleibt.

Blumenmarkt


(1.5.2003) In ein buntes, wohlriechendes Meer wurde der Vinetaplatz am 27. April verwandelt. Die Anbieter kamen aus allen Himmelsrichtungen, und auch der Besucherandrang war groß. Durch alle umliegenden Straßen schwankten mehr oder weniger große Blumen mit zum Teil kaum zu entdeckenden Menschen dahinter.
Die Preise waren nicht unbedingt günstig, dieses wurde allerdings durch eine hervorragende Beratung und ein sehr umfangreiches, teilweise sogar exotisches Angebot wieder wettgemacht. Sogar eine Pflanzendoktorin war anwesend. Insgesamt eine lobenswerte Veranstaltung und eine echte Augenweide.

April 2003


"Das 4." - nur noch unter Strom?
(1.4.2003) Männer ohne Hosen, kreischende Frauen mit aufgelöstem Haar: Wiederholt wurden im Bereich Karlstal orientierungslos umherirrende Gestalten in seltsamen, grünen Gewändern gesichtet. Offenbar standen sie unter starkem Drogeneinfluss, torkelten zwischen fahrenden Autos umher, rissen Blumen aus den Beeten und belästigten ältere Damen..
Schon länger wird gemunkelt, dass die Drogen-Razzien der Gaardener Polizei mehr dem Selbstzweck dienen. Dieses Gerücht hat Gestalt angenommen.
Seht selber ...

Wir sind alle Superstars!
(1.4.2003) Dumm, ungeschickt, nix gelernt? Und ständig klamm dazu? Macht nix! Jeder Idiot kriegt seine Chance! Denn Gaarden wählt seinen eigenen Super-Star. Jeder, der bescheuert genug ist und aussieht, kann mitmachen. Gesangskenntnisse? Schon verloren. Sowas wird hier nun wirklich nicht gebraucht.
Wir fordern: Einen IQ in Höhe der Raumtemperatur, absolut asoziales Verhalten, Trinkfestigkeit, mindestens eine Anzeige wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, Bigamie oder dergleichen.
Frauen mit dem entsprechenden Aussehen können sich direkt bei den Redaktions-Machos bewerben. Blubbernde Spinat-Wachteln müssen leider draussen bleiben.
Mehr ...

März 2003


Nicht ganz ...
(27.3.2003) Präsi Schorsch Doppelnull und sein britischer Knecht Blair treffen sich zu einem "Kriegsgipfel". Gipfel ist schon mal richtig. Es ist wirklich der Gipfel, was diese Herren einem an Perversion und Lügen zumuten.

"Intelligente Waffen"
(26.3.2003) Dinge, die andere Dinge zerstören und Menschen umbringen, sollen intelligent sein? Wenn überhaupt, dann haben die Teile bestimmt mehr Grips als diejenigen, die sie einsetzen.
Was ich mich sowieso schon länger frage: Wenn Präsi Bush eine Fliege verschluckt, hat er dann mehr Gehirn im Magen als im Kopf?

Die spinnen, die Dänen
(22.3.2003) Am Morgen hat der dänische Verteidigungsminister erklärt, dass sich sein Land nunmehr im Kriegszustand mit dem Irak befindet. Dänemark will ein U-Boot und eine Korvette in das Kriegsgebiet entsenden.
Heringe fangen, oder wie? Wir sollten aufpassen, dass die Jungs hier nicht mehr soviel zu Trinken kriegen.

© by yetidata 2003

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